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Video on Demand: Schöne neue Videowelt

Draußen regnet es und zuhause ist es gemütlich. Ideale Bedingungen für einen Videoabend. Doch was tun, wenn die Videos und DVDs schon tausendfach gesehen wurden und die Videothek weit weg ist? Ein Selbstversuch von Matthias Lauerer.

Ein netter Couch-Abend mit Freundin soll es werden. Einfach nur daliegen und sich per Video berieseln lassen. Weil es draußen stürmt und regnet gehe ich keinen Schritt vor die Tür. Die alten Videos? Schon tausend Mal gesehen. Wo kommt jetzt der Stoff für den netten Film-Abend her? Antwort: das superschnelle DSL hilft. Noch gestern hatte ich über Filme aus dem Internet gelesen. "Video on Demand", also Video auf Nachfrage - so lauten die drei Zauberworte für alle "Nicht-aus-dem-Haus-Woller".

Heute ist der perfekte Tag zum Test. Also Rechner an und schnell "VOD" gegoogelt. Ergebnis: 37,9 Millionen Treffer. Oha. "Ordensgemeinschaften in Deutschland"? Oder der "Verband der Organtransplantierten Deutschlands"? Dann gar der "Verband der Osteopathen"? Nein, nein, nein. Aber hier: "Top Filme Online" beim magentafarbenen Konzern.

Das Fenster bleibt leer

Nette, bunte Seite. Als "T-Online Vision"-Kunden haben wir Glück und dürfen rein. "Königreich der Himmel" mit Orlando Bloom? Mit 3,95 Euro wären wir dabei. Ich drücke mit nervösem Finger auf den Button: "Jetzt Film sehen". Doch das Fenster bleibt weiß und furchtbar leer. "Fehler auf der Seite." Grummel. Wäre ja auch zu schön gewesen.

Beim nächsten VOD-Laden lächelt mich eine Dame mit feuerroten Haaren an. Im Angebot hat sie sagenhafte 1.300 Videos! Toll. Doch wie kommt nur ein einzigen davon jetzt auf meinen Rechner? Irgendwie riecht es jetzt hier auch nach Popcorn. Experimentieren die jetzt schon mit Duftstoffen beim Surfen? Komisch.

"Wann geht's los?"

Der versteckte kleine, blaue Knopf mit der Abkürzung "VOD" ist der Schlüssel zum Video-Glück. Draufgeklickt. Jetzt geht die Hauptseite auf. Aha. Erst muss ich mich mit Benutzernamen und Passwort anmelden. Geht doch. Ich bin drin im Video-Laden. Und jetzt? Nörgelt die Freundin: "Wann geht's los?" "Ja, ich rotiere, Schatz!" Das Stimmungs-Barometer schiebt sich schlagartig von grün auf gelb. Jetzt Contenance bewahren.

Und wie sollen "wir" uns entscheiden? "Original Sin" mit Antonio Banderas für 3,99 Euro? "Och, der Banderas ist doch doof", höre ich mich murmeln. Oder was für den Geist mit "Der Reise des Menschen" aus dem National Geographic Programm? In der "Kleingeldbörse" lege ich ein "Konto" mit fünf Euro an. Damit bezahlt man im virtuellen Videoladen. Abgebucht wird später leider auch vom echten Konto. Jeder Film kostet 3,50 Euro, den wir uns dann innerhalb von 24 Stunden so oft wie nötig ansehen können. Aber wer will das schon? Na ja, und sooo neu sind die Filme hier auch nicht. Aber die Qualität ist mit 2000 kbps besser, als bei der Konkurrenz.

Filmstart 2073

Und die "Mitbewerber"? Das dauert alles so lange. Doch lieber "Nackt" mit Alexandra Maria Lara bei der roten Lady kaufen? Was denn nun? Plötzlich rieselt selbst gemachtes Popcorn auf die Tastatur. Daher der Geruch! Ich blicke in gefährlich funkelnde blaue Augen. "Gleich geht es los", lautet mein Vertröst-Versuch. Ich schwitze. Das "Testcenter" ermittelt jetzt die Download-Geschwindigkeit. Nach ein paar Prüf-Sekunden spuckt die Maschine den Filmstart aus: 20.23 Uhr, in zwei Stunden. Gut. Doch dann fällt der Blick auf's Datum: 2073! Ich rutsche vom Stuhl. Hilfe, bis dahin sind wir beide tot.

Nein, das wird nichts mehr. Jetzt doch noch in die Videothek. Die Freundin rettet den Abend und fährt tatsächlich los. Muss wichtig sein! Puh, in der verlorenen Zeit hätten wir den ersten Film schon komplett gesehen. Nach einer halben Stunde geht die Haustür auf. Sie steht da, mit Brad Pitts Film "Und aus der Mitte entspringt ein Fluss". Eine Angler-Saga, oder so. Jetzt schwöre ich mir: beim nächsten Mal geht's wieder vor die Tür. Garantiert.

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.