webreporter Wer braucht den Film, wenn er den Trailer kennt?


Das Gefühl kennt jeder: Der Film war eine Enttäuschung, und die besten Szenen kannte man auch schon vorher aus

Das Gefühl kennt jeder: Der Film war eine Enttäuschung, und die besten Szenen kannte man auch schon vorher aus der Werbung. Findige Filmfreaks haben das Marketinginstrument zur Kunst erhoben und drehen einfach nur diese so genannten Trailer. Jeden Montag heißt es bei »Trailervision«: Vorhang auf für eine neue Ankündigung eines Films, den es nie geben wird. Es sei denn, Hollywood klaut sich hier Ideen. Was etwas Selbstironie voraussetzen würde, denn die meisten Beiträge sind gnadenlose Satiren auf reale Produkte der Traumfabrik. Im typischen Stil dieser Vorfilme schnelle Schnitte, fliegende Schriften, dramatische Musik und eine sonore Stimme aus dem Off - werden völliger Schwachsinn und clevere Ironie hemmungslos zusammengerührt. Das Beste (oder das Schlimmste?): Irgendwie unterscheidet sich der Unfug kaum von den »echten Trailern«. Und die dazu gehörenden gefälschten Filmplakate könnten auch überall hängen.

Geistiger Vater und treibende Kraft hinter »Trailervision« ist Albert Nerenberg. Er hat in Toronto eine Truppe loyaler Schauspieler und Komiker um sich versammelt und ist ein Meister im Umgang mit winzigen Budgets. Mit seinem Kurzfilm »19.49« gewann er einige Preise und erschütterte die Konkurrenz durch die Kosten: unter 20 Dollar angeblich.

Wer sich mehr für die wahren Werke der Filmvorschau-Kunst interessiert, kann sich bei »Hollywood.com« an den »Trailerawards« beteiligen. Die Abstimmung für das vergangene Jahr ist gerade gelaufen, gewonnen hat 1999 in vier Kategorien »Die Matrix«. Eine gute Informationsquelle zum Thema ist »Movie-Trailers.com«.


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