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Umfrage unter 13- bis 24-Jährigen: Digitale Kompetenz macht die Generation Z zu einer wichtigen Ressource für Unternehmen

Während viele von uns derzeit mit der Umstellung auf digitale Kommunikation zu kämpfen haben, ist uns die Generation Z meilenweit voraus. Das könnte sie nach Corona zu einer wichtigen Ressource machen. 

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Über 60 Prozent der 13- bis 24-Jährigen nutzen Snapchat zur Kommunikation

Unsplash

Während sich viele Menschen vielleicht gerade einmal mit dem Gedanken von Facebook und Whatsapp und vielleicht noch Instagram angefreundet haben, ist die Generation Z längst auf anderen Pfaden unterwegs. Neben TikTok ist noch ein anderer Dienst bei den 13- bis 24-Jährigen besonders beliebt: Snapchat. Laut einer von Snapchat selbst in Auftrag gegebenen Studie nutzen rund 62 Prozent von ihnen die App mit dem kleinen Geist im Logo, um miteinander zu kommunizieren.

Mit der Studie wollte die in Kalifornien ansässige Firma herausfinden, was die Gen Z in der Corona-Krise wirklich beschäftigt. So gab nur etwa ein Drittel der Befragten an, sich Gedanken um die eigene Gesundheit zu machen, drei Viertel hingegen scheinen sich um die Gesundheit ihrer Familie zu sorgen. Und fast die Hälfte (44 Prozent) der befragten User gaben an, bereits gefährdeten Personen geholfen zu haben, oder dies noch vorzuhaben. Wobei allerdings nur 42 Prozent wissen, wo sie sich als Freiwillige melden können. 

Generation Z: "Jugendliche und junge Erwachsene bleiben oftmals außen vor"

Doch auch um die Auswirkungen der Corona-Krise auf ihre eigene Zukunft sorgen sich die 13- bis 24-Jährigen: So gaben 39 Prozent an, um den Effekt besorgt zu sein, den die weitreichenden Maßnahmen auf ihre Bildung haben könnte, während finanzielle Sorgen mit nur 19 Prozent eher weniger verbreitet zu sein scheinen. Auch mentale Auswirkungen wurden thematisiert: 21 Prozent der Befragten gaben an, bewusst nach Informationen darüber zu suchen, wie sie in dieser Zeit mit Stress und Angst umgehen können. 31 Prozent nutzen die Zeit zu Hause als Möglichkeit, neue Fähigkeiten zu erlernen und 29 Prozent sehen es als Chance zur Persönlichkeitsentwicklung.

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Diplom-Psychologe Rainer Pieritz vom Institut für Konfliktmanagement in München ordnet die Ergebnisse der Studie ein: "Die aktuelle Corona-Diskussion dreht sich um Gesundheitsgefahren für die Älteren, Betreuung für die Jüngsten sowie die wirtschaftliche Folgen. Jugendliche und junge Erwachsene bleiben oftmals außen vor." Dabei sei besonders die Angst um die Gefährdung der beruflichen Zukunft durch die Corona-Krise groß. Auch hält er es für sinnvoll, sich mehr und aktiver mit der Gen Z auseinanderzusetzen: "Ich halte es für dringend notwendig, dass Politik und Wirtschaft mit der sogenannten Gen Z in Resonanz treten. Für beide Seiten wäre dies eine Win-Win-Situation, die überhaupt noch nicht erkannt und auch nicht im Ansatz ausgeschöpft ist."

Besonders in Zeiten von Corona, in denen digitale Kompetenzen wichtiger denn je geworden sind, seien die Digital Natives eine Ressource, die Unternehmen für sich nutzen könnten, so Pieritz: "[Die Gen Z] ist damit aufgewachsen, sowohl analoge als auch digitale Kompetenzen zu entwickeln und beide Welten miteinander kreativ und wirkungsvoll zu verbinden. Auf Grund ihrer Resilienz und ihrem Stressbewältigungspotential kann dies in der Coronakrise außerordentlich hilfreich sein." Momentan werde das Potenzial der Gen Z häufig noch übersehen, doch: "Die aktuelle Phase der Öffnung des Lockdowns kann deshalb eine Chance sein, die Gen Z mit ihren Gedanken, Werten und neuen Problemlösungsmöglichkeiten ins öffentliche Bewusstsein zu bringen."

jgs

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