HOME

Neuseeland: Schulen erlauben SMS-Slang

Weil es sich bei der SMS-Sprache der Jugendlichen um "eine aufregende Entwicklung" handele, akzeptieren neuseeländische Schulen den Slang in Hausarbeiten. So sprach Hamlet: "2b or nt 2b".

Wer in Neuseeland bei einer Schularbeit einen Klassiker von Shakespeare zitiert, darf seit diesem November gerne "2b or nt 2b" schreiben. Die SMS-Version der Hamlet-Äußerung "to be or not to be" - Sein oder nicht sein - wird nicht mehr als Fehler angekreidet, beschloss die Schulbehörde laut Medienberichten.

Der Entwicklung nicht versperren

Die Schüler seien weiterhin angehalten, korrekt zu schreiben, doch sollten Texte mit derartigen Abkürzungen akzeptiert werden, "wenn das nötige Verständnis eindeutig demonstriert ist", zitierte die Zeitung "The Press" aus Christchurch die Behörde. Sie will sich der aus der Handy-Verbreitung entstandenen Sprachentwicklung nicht versperren. Inzwischen vor allem unter jungen Leuten gängige Abkürzungen haben sich in allen Sprachen entwickelt, um das Schreiben von Textnachrichten auf einer Handy-Tastatur zu erleichtern.

Unter Lehrern ist die Entscheidung in Neuseeland umstritten. Viele fürchten um die englische Sprache. Lehrer Denis Pyatt aus Christchurch meinte, er lehre seine Schüler zwar korrektes Schreiben. "Aber die SMS-Sprache ist seit langem eine der aufregendsten Sprachentwicklungen."

DPA / DPA
Themen in diesem Artikel