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Erst lästern, dann scheitern Samsung Galaxy S6 Edge bricht im Biege-Test


Bei der Präsentation des Samsung Galaxy S6 hatte der Konzern noch Witze über Apples biegbare iPhones gemacht. Nun zeigt ein Video: Die Edge-Version des Galaxy S6 geht sogar noch schneller kaputt.
Von Malte Mansholt

Als im letzten Herbst die ersten Berichte über verbogene iPhones die Runde machten, konnte sich Apple vor Häme kaum retten. Das gerade erst in den Verkauf gegangene iPhone 6 Plus hatte sich in den Taschen einiger Nutzer verbogen, auch entsprechende Test-Videos tauchten auf. Nutzer und Konkurrenten hauten fröhlich drauf und verteilten bei Twitter Spitzen. Samsung machte sich gleich bei mehreren Gelegenheiten über den Konkurrenten lustig, etwa mit einem Hinweis, dass das damals neue #link;www.stern.de/digital/telefon/galaxy-note-4-im-test-samsungs-edel-riese-2148602.html;Galaxy Note Edge# abgerundet und nicht verbogen ist.

Selbst ein halbes Jahr später konnte sich der Konzern bei der Präsentation der aktuellen Spitzenmodelle Galaxy S6 und Galaxy S6 Edge seinen Spott nicht sparen. Das in den neuen Geräten verwendete Metall sei 50 Prozent stärker als das von Konkurrenten verwendete – daher wären sie nicht biegsam, betonten führende Angestellte auf der Bühne. Nun kommt der Spott zu Samsung zurück: Die Edge-Variante des Galaxy S6 soll nach einem Test sogar noch gebrechlicher sein als das Riesen-iPhone.

Brüchiger als das iPhone 6 Plus

Der US-Versicherungsanbieter SquareTrade unterzog das Galaxy S6 Edge demselben Biegetest wie das iPhone 6 Plus – mit für Samsung unangenehmen Ergebnis: Zwar verbiegen sich die beiden Geräte unter dem gleichen Druck, nämlich bei 50 Kilogramm. Das iPhone ist dann aber noch weitgehend unbeschadet, während das abgerundete Display des Galaxy S6 Edge schon gebrochen ist. Benutzbar blieben allerdings beide.

Auch den Punkt, an dem die verwendete Biegemaschine das Gerät völlig zerstörte, erreichte das Galaxy etwas früher. Das iPhone hielt etwa 80 Kilogramm Druck aus, bis es brach. Beim Galaxy reichten schon 70 Kilogramm. Ein Galaxy S6 ohne abgerundete Kanten wurde nicht getestet, obwohl das eine dem iPhone weit ähnlichere Bauform hat.

Samsung findet Test unfair

Mittlerweile hat sich Samsung zu den Vorwürfen geäußert. In einem Statement verteidigt sich Samsung sehr ähnlich wie es auch Apple getan hat. Der im Labor verwendete Druck sei deutlich höher als im Alltag, außerdem wären nicht beide Seiten gleich anfällig. Der Konzern fordert die Versicherung daher auf, einen weiteren Test mit der Rückseite des Gerätes durchzuführen. Wie genau das die Schwäche der Vorderseite beheben soll, bleibt allerdings offen.

Für die meisten Nutzer wird die Gefahr, versehentlich einen Bruch zu verursachen, trotzdem verschwindend gering sein. Einem Druck von 50 Kilogramm dürften die allerwenigsten Smartphones jemals ausgesetzt sein, selbst wenn sie sich beim Sitzen in der Gesäßtasche befinden.


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