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"Bentgate" Designfehler beim iPhone 6 Plus?

Im Netz häufen sich Beschwerden über verbogene Gehäuse des iPhone 6 Plus. Jetzt wird auf Youtube das neue Apple-Flaggschiff vor laufender Kamera verbogen - Einzelfälle oder Designerfehler von Apple?
Von Dominik Brück

Wird der Start des neuen iPhone, der Apple aus dem Stand einen Verkaufsrekord bescherte, jetzt zum Alptraum für das Unternehmen? Kurz nachdem die ersten Modelle der nächsten iPhone-Generation in den Regalen standen, tauchten im Internet erste Beschwerden über das neue Apple Flaggschiff iPhone 6 Plus auf. Hauptkritikpunkt: Das Smartphone verbiege sich, wenn man es in der Hosentasche trage. Es dauerte nicht lange, bis unter dem Hashtag "Bentgate" Bilder der verbogenen Smartphones auftauchten.

Viele Nutzer fühlten sich wohl an die Empfangsprobleme erinnert, die nach dem Verkaufsstart des iPhone 4 unter dem Begriff "Antennagate" bekannt wurden. Damals sah sich Apple gezwungen, betroffenen Kunden kostenlos eine Handyhülle zukommen zu lassen, die Probleme mit der Antenne beheben sollten. Droht ein ähnlicher Fall jetzt auch für das iPhone 6 Plus?

Video zeigt Biegetest

Gab es zunächst nur einzelne Bilder von verbogenen Apple-Smartphones, zeigt nun ein Video wie der Besitzer eines iPhone 6 Plus sein Gerät mit den Händen verbiegt. In den Aufnahmen ist zwar zu erkennen, dass das Aluminiumgehäuse dem Druck nachgibt und sich tatsächlich auf Höhe der Lautstärkeregler verbiegt, allerdings sieht man auch, dass dafür einiges an Kraft aufgewandt werden muss. Auch wenn es sich bei dem ungeschnittenen Video wahrscheinlich nicht um ein Fake handelt, beweisen die Aufnahmen nur, dass man das iPhone mit Gewalt verbiegen kann - ein Versuch, den kaum ein Besitzer des begehrten Smartphones so einfach wagen wird. Problematisch wäre es aber, wenn tatsächlich schon das Tragen in der Hosentasche ausreicht, um das Gehäuse zu verbiegen.

Bisher keine Reaktion von Apple

Die Bilder aus dem Netz und das Video haben den Tech-Blog "mobilegeeks" bereits dazu verleitet, von einem Designfehler zu sprechen. Apple habe zudem auf die falschen Materialien gesetzt, da das iPhone 6 Plus aus so viel Aluminium bestehe wie noch keines seiner Vorgängermodelle. "Dieses alles andere als harte Metall neigt nun einmal dazu, sich bei entsprechenden äußeren Kräften zu verbiegen", schreibt der Blog. Mit dem iPhone 6 Plus hat Apple das bisher dünnste Smartphone mit 5,5-Zoll Screen auf den Markt gebracht. Vergleichbare Modelle der Konkurrenz sind bis zu 2 Millimeter dicker als das 7,1 Millimeter dicke Gerät aus Kalifornien.

Apple hat auf die Kritik bisher noch nicht reagiert. Auch liegen noch keine Zahlen vor, die zeigen wie viele iPhone-Kunden tatsächlich von dem Problem betroffen sind. Bisher gibt es im Verhältnis zu den mehr als zehn Millionen verkauften Geräten noch relativ wenige Beschwerden. Sollte es sich bei den verbogenen iPhones um Einzelfälle handeln, wird sich "Bentgate" wahrscheinlich nicht zu einem Problem für Apple entwickeln. Liegt aber tatsächlich ein Designfehler vor, müssen die Tüftler in Cupertino sich schnell eine Lösung einfallen lassen, um auf dem umkämpften Smartphone-Markt nicht an Boden zu verlieren.

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