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Streit um "iPhone": Cisco verklagt Apple

Nur einen Tag nach der Präsentation des ersten Apple-Handys steht den iPod-Machern Ärger ins Haus: Das IT-Unternehmen Cisco beansprucht für sich die Rechte an dem Namen "iPhone" und strebt nun vor Gericht einen Auslieferungsstopp an.

Einen Tag nach der Präsentation des ersten Apple-Handys hat Cisco eine Klage wegen der Verwendung des Namens "iPhone" eingereicht. Das auf Netzwerktechnik spezialisierte IT-Unternehmen beansprucht die Markenrechte für diese Bezeichnung und hat erst vor drei Wochen selbst ein "iPhone" für das Telefonieren im Internet auf den Markt gebracht.

Rechte im Jahr 2000 erworben

Die beim Bundesgericht in San Francisco eingereichte Klage verfolgt das Ziel, Apple mit einer einstweiligen Verfügung an der Verwendung des Markennamens zu hindern. "Es gibt keinen Zweifel, dass das neue Telefon von Apple sehr aufregend ist", sagte Cisco-Justiziar Mark Chandler. "Aber ohne unsere Erlaubnis sollten sie nicht unsere Marke verwenden." Cisco hat die Rechte im Jahr 2000 mit der Übernahme der Firma InfoGear Technology erworben, die die Marke "iPhone" für sich registrieren ließ.

Chandler sagte, es habe Verhandlungen mit Apple über die Nutzung des Namens gegeben, nachdem Apple darum gebeten habe. Diese Gespräche seien aber wenige Stunden vor der Rede von Apple-Vorstandschef Steve Jobs auf der Hausmesse MacWorld Expo ohne Ergebnis abgebrochen worden.

Jetzt stellt sich Apple auf den Standpunkt, dass sein Mobiltelefon zu einer anderen Gerätekategorie gehört als das im Cisco-Geschäftsbereich Linksys entwickelte Gerät für die Internet-Telefonie (Voice over IP). Deswegen stehe es Apple frei, sein Gerät als iPhone zu bezeichnen. Apple-Sprecherin Natalie Kerris wies die Klage von Cisco zurück und bezeichnete sie als dumm. "Wenn Cisco uns deswegen herausfordern will, sind wir zuversichtlich, dass wir gewinnen werden."

Intel liefert nicht für das iPhone

Der US-Halbleiterkonzern Intel ist nicht der Lieferant des zentralen Chips des neuen Multimedia-Handys iPhone von Apple. Vielmehr liefere das Unternehmen Chips für Apple TV, sagte ein Intel-Sprecher zu der Nachrichtenagentur Reuters.

Auch der Computerkonzern korrigierte am Abend seine Angaben vom Vormittag. "Intel stellt nicht den Prozessor für das iPhone bereit", sagte eine Konzernsprecherin. Apple wollte allerdings nicht preisgeben, wer den Rechenkern für das iPhone liefere, das den millionenfach verkauften Multimediaplayer iPod mit einem Mobiltelefon und einem Taschencomputer vereint. Der jüngst ebenfalls neu vorgestellte Apple TV enthalte einen Prozessor von Intel, bestätigte die Sprecherin.

AP/Reuters / AP / Reuters