Whatsapp hat sich im Laufe der Jahre stark weiterentwickelt. Doch eine der grundlegendsten Funktionen änderte sich nie: Wer einen neuen Kontakt hinzufügen will, braucht dessen Telefonnummer. Andererseits ließ sich aber auch jeder, dessen Nummer man gespeichert hatte, über Whatsapp finden. Das war schon so, bevor man über den Messenger Nachrichten schreiben konnte. Jetzt will Whatsapp-Betreiber Meta nach 17 Jahren erstmals einen anderen Weg einschlagen.
Das berichtet die auf Testversionen des Messengers spezialisierte Seite „WABetaInfo“. In einer aktuellen Vorabversion des Messengers bekommen ausgewählte Nutzer demnach die Option, einen einmaligen Nutzernamen festzulegen. Einmal ausgewählt, kann man diese Nutzer dann über den Namen statt über die Telefonnummer finden.
So funktionieren Nutzernamen bei Whatsapp
Für die Nutzernamen hat Whatsapp einige klare Vorgaben. Die Namen dürfen zwischen drei und 35 Zeichen lang sein, müssen mit einem Buchstaben anfangen und dürfen nur das reguläre lateinische Alphabet, Unterstriche und Punkte enthalten. Sonderzeichen, Umlaute und andere Abwandlungen von Buchstaben wie ein Akzent sind nicht erlaubt. Auch Webadressen sind als Nutzername verboten, wie „WABetaInfo“ durch Ausprobieren herausfand.
Die größte Einschränkung ist aber eine andere: Jeder Nutzername muss einmalig sein – auch über andere Meta-Dienste wie Instagram und Facebook. Das bedeutet: Will man seinen Nutzernamen aus einem der Netzwerke nutzen, muss man erst nachweisen, dass man wirklich dieselbe Person ist. Tut man das, muss man mit einer weiteren Folge leben: Wer den Nutzernamen etwa bei Instagram kennt, kann diese Person dann auch ohne Telefonnummer bei Whatsapp anschreiben.
Allerdings kann man diese Möglichkeit laut „WABetaInfo“ auch einschränken. Dazu legt man eine vierstellige Pin fest, die gemeinsam mit dem Nutzernamen an neue Kontakte weitergegeben wird. Nur wer die korrekte Kombination aus Nutzernamen und Pin kennt, kann die Personen dann auch anschreiben.
Wer Privatsphäre besonders schätzt, sollte aber einfach einen anderen Nutzernamen wählen, als er auf anderen Meta-Plattformen nutzt. Einen Missbrauch des alten Namens muss man immerhin nicht befürchten: Weil Meta prüft, ob der Name tatsächlich mit bestehenden Accounts zusammenhängt, können Betrüger sich nicht einfach bestehende Accountnamen schnappen, um sich als deren Besitzer auszugeben.
Wie ergattert man den Wunsch-Nutzernamen?
Angesichts der Beliebtheit von Whatsapp – der Messenger hat über drei Milliarden monatliche Nutzer – dürfte es gar nicht so einfach werden, seinen Wunschnamen auch zu bekommen. Whatsapp plant offenbar deshalb, die Registrierung des Namens schon vor der offiziellen Einführung des Features freizuschalten. Ausgewählte Nutzer haben so schon jetzt die Möglichkeit, sich den Wunschnamen reservieren zu lassen. Nach welchen Kriterien Whatsapp die Vorabregistrierung freigibt, ist nicht bekannt. Im Laufe der Zeit sollen aber wohl langsam immer mehr Nutzer dazu eingeladen werden. Aktuell gibt es noch keine Möglichkeit, sich zu bewerben oder den Prozess anderweitig zu beschleunigen.
Wie lange es noch dauert, bis Meta das Feature endgültig einführt, ist ebenfalls offen. Eile hat der Konzern nicht: Weil die Nutzernamen quasi jeden Aspekt des Messengers betreffen, bereitet der Konzern die Einführung bereits seit Jahren vor. Laut „WABetaInfo“ wurde der gesamte Programmcode im Laufe der Zeit aktualisiert, um eine Kompatibilität mit der Neuerung zu garantieren.
Aus diesem Grund sollen auch nach dem offiziellen Start zunächst nur kleinere Gruppen von Nutzern für die Nutzernamen freigeschaltet werden, um Zeit für Optimierungen und Fehlerbehebungen zu gewinnen. Gerüchten zufolge könnte es aber noch dieses Jahr so weit sein.
Quelle: WABetaInfo