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Ortsrufanlagen: Schneller als die Polizei erlaubt

Um Nachrichten in Echtzeit zu verbreiten, braucht es nicht immer Fernsehen oder Internet. In einer bayerischen Gemeinde gibt es dafür die Ortsrufanlage. Sie informiert die Bürger sofort - und das seit 50 Jahren.

Wenn es knackt, rauscht und die Fanfare über gut 40 Lautsprecher schallt, wissen die Pösinger schnell Bescheid: Über die Weihnachtsfeier der katholischen Landjugend, den Termin für das beliebte Johannisfeuer-Fest im Sommer oder einfach darüber, wem die Katze entlaufen ist. Die kleine Gemeinde im Bayerischen Wald betreibt eine der letzten Ortsrufanlagen Deutschlands.

Schon vor rund 50 Jahren hat der Gemeinderat seine Anschaffung beschlossen, doch auch in Zeiten von Internet und Handy wollen die Pösinger den im Rathaus installierten Ortsruf nicht missen. "Wenn ich die Fanfare hör, dann renn ich schnell raus", sagt eine Bedienung im Wirtshaus im Schatten der Kirche. "Die informiert uns schneller als die Tageszeitung", sagen die Bürger auf der Straße.

Pösing hält beim "Philips-Ankündigungssignal" die Luft an

Wenn der zweite Bürgermeister Johann Nirschl an dem grauen Blechkasten im Nachkriegs-Design die Schalter für die vier Ortsteile umlegt und dann das original "Philips-Ankündigungssignal" aus dem Jahr 1956 auflegt, hält Pösing die Luft an: Kreissägen und Traktoren verstummen, die Pösinger machen die Fenster auf und "lusen". Umso genauer hören sie zu, wenn vorher das Totenglöckchen geläutet hat und Nirschl das Ableben eines Gemeindemitglieds bekannt gibt.

Noch in den fünfziger Jahren gab es zahlreiche Ortsrufanlagen in Deutschland, die meisten im Württembergischen. Dort war auch die Firma angesiedelt, von der Pösing die Anlage für 874 Mark im Jahr mietete. Der Gemeinde brachte aber die Lautsprecheranlage zunächst viel Ärger ein, erinnert sich Nirschl. Wegen der Sommerhitze hingen die Oberleitungskabel teils bis zum Boden durch, der Verstärker schwächelte, und auch die örtliche Wirtschaft hielt sich mit kostenpflichtigen Werbeanzeigen zurück. Schließlich ging die Betreiberfirma pleite, und erst nach langem Ringen mit einem unerbittlichen Konkursverwalter konnte die Kommune die Ortsrufanlage 1975 schließlich kaufen.

Politische Durchsagen verboten

Die Kabel wurden mittlerweile unter die Erde verlegt, aber auch gegen die meist unter Hausdächern installierten Lautsprecher gibt und gab es in Pösing kaum Protest. Und wenn, dann lässt Nirschl mit sich reden: Als seine mittägliche Durchsagen Kleinkindern den Schlaf raubten, "haben wir einfach den Lautsprecher in die andere Richtung gedreht".

Politische Durchsagen verbot der Gemeinderat schon bei Inbetriebnahme der Ortsrufanlage. Bürgermeister Nirschl wacht mit Argusohren darüber, dass die Nachrichten keinen parteipolitischen Drall bekommen. Der 61-jährige pensionierte Zeitsoldat wird schnell hellhörig: Nur einen Katzensprung entfernt, im Nachbarland Tschechien, schallte über ähnliche Lautsprecheranlagen einst kommunistische Propaganda.

Verlust des Schlüssel kostet drei Euro

Die Inhalte der Durchsagen haben Gemeinderat und Bürgermeister genau festgelegt - wie auch die Preise: Informationen von Kirche, Vereinen und Gemeinde sind kostenlos. Will ein Privatmann den Verlust eines Schlüssels melden, so werden drei Euro in die Gemeindekasse fällig. Eine wichtige Funktion hat der Ortsruf auch als Warnanlage gegen die in Pösing gefürchteten Hochwasser.

Einmal wurde der Ortsruf sogar zum "Ortsruf 110": Als ein Unbekannter 1987 den Tante-Emma-Laden ausraubte, ging ganz Pösing dank Lautsprecherdurchsagen auf Verbrecherjagd. Der Räuber erbeutete laut Nirschl "nur wenige Groschen", geschnappt wurde er trotz oder vielleicht auch wegen des Ortsrufs nie. "Wahrscheinlich hat auch der Täter mitgehört und darum schnell die Flucht ergriffen", sagt Nirschl schmunzelnd.

Lukas Grasberger/AP / AP
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.