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In-Ear-Kopfhörer Google Pixel Buds Pro im Test: Apples Airpod-Thron wackelt – aber es gibt einen Haken

Google Pixel Buds Pro beim Sport
Machen auch beim Sport eine gute Figur: Die Google Pixel Buds Pro sitzen dank unterschiedlicher Aufstecker sicher im Ohr.
© PR
Die Pixel Buds Pro sind Googles erste In-Ear-Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung – und gehen in direkte Konkurrenz zu den Airpods Pro von Apple. Wie sich die kleinen Stöpsel in diesem harten Kampf schlagen, zeigt der Test.

Wer die Wahl hat, hat die Qual: Kabellose In-Ear-Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung gibt es inzwischen von nahezu jedem namhaften Hersteller – in wirklich guter Qualität. Beinahe verwundert es, dass nun auch Google mit den Pixel Buds Pro dazustößt.

Im Sinne des Android-Ökosystems macht das aber durchaus Sinn – denn so kann Google die Funktionen der Ohrstöpsel maßgeschneidert auf die hauseigenen Smartphones wie das Google Pixel 6a (hier im Test) abstimmen. Was die Pixel Buds Pro können – und was nicht – folgt in diesem Test.

220 Euro – und kaum Ausstattung

Der Lieferumfang der rund 220 Euro teuren Kopfhörer ist spartanisch: Den Pixel Buds Pro liegt ein eiförmiges Ladecase, eine kleine Pappschachtel mit zwei alternativen Gummi-Aufsätzen (groß, klein – die mittlere Größe ist standardmäßig aufgesteckt) und eine Handvoll Lesestoff bei. Kein Kabel und erst Recht kein Ladegerät weit und breit.

Dabei hätte es ruhig ein Kabel sein dürfen, denn die Pixel Buds Pro bieten einen USB-C-Ladeanschluss und im Zuge der Umstellung sämtlicher Geräte auf diesen Standard hilft jedes weitere Kabel in der Sammlung. Das fehlende Ladegerät ist geschenkt, die Kopfhörer sind auch ohne schon kostspielig genug.

Google Pixel Buds Pro Ladecase
Das Ladecase der Google Pixel Buds Pro ist eiförmig, passt prima in die Hosentasche und ist haptisch rundrum gelungen.
© stern / Christian Hensen

Den Preis merkt man den Hörstöpseln aber auch sofort an: Das Ladecase ist hochwertig verarbeitet, bietet eine erstklassige Haptik und beherrscht obendrein kabelloses Aufladen, sodass die Pixel Buds Pro an jedem kabellosen Ladepunkt tanken können.

Die hohe Qualität setzt sich bei den Ohrhörern fort, die bohnenförmigen Stecker stehen den Airpods Pro in Sachen Verarbeitung in nichts nach. Über die Farbe muss man sich allerdings schon vor dem Kauf im Klaren sein – es stehen vier dezente Töne zur Wahl: Rot, Grüngelb, Schwarz und Blaugrau. Das äußert sich lediglich auf der Abdeckkappe der Stöpsel, die aber nicht abnehmbar ist.

Pixel Buds Pro: Hoher Komfort, toller Klang

Der Tragekomfort der Google Pixel Buds Pro ist sehr hoch. Sofern sich unter den drei unterschiedlichen Größen für den Aufstecker etwas passendes finden lässt, sitzen die Kopfhörer bombenfest und werden auch nach vielen Stunden des Tragens nicht unangenehm. Die hauseigene App für die Pixel Buds Pro hilft zudem dabei, die richtige Größe zu finden. Aber: Diese steht nur für Android bereit, eine entsprechende Software für Apple-Geräte gibt es derzeit nicht.

Das ist für die reine Nutzung der Pixel Buds Pro kein Problem, denn sie koppeln sich mit nahezu jedem Bluetooth-Sender, können also schnell und einfach auch mit einem iPhone, Macbook oder sonstigen Wiedergabequellen verbunden werden. Ihre ganze Stärke spielen sie aber nur dann aus, wenn man sie an ein Android-Smartphone mit entsprechender Software koppelt. Dann stehen Funktionen zur Klangoptimierung, ein Sprachassistent und weitere Optionen, wie etwa eine Ortungsfunktion, bereit. Auch den Stand der Batterie erfährt man nur, wenn man im Google-Ökosystem bleibt. Ansonsten gibt es nur zwei Ladezustände: geladen oder nicht geladen – beziehungsweise grobe Richtwerte in Form einer farbigen LED am Case.

Die Steuerung der Wiedergabe findet über die Kopfhörer statt. Dafür stehen eine Handvoll Gesten bereit, mit denen man Anrufe annehmen, Musik stoppen, Lautstärke verändern oder den Sprachassistenten aktivieren kann. Das ist schnell gelernt und funktioniert tadellos.

In puncto Klangqualität kann Google überzeugen. Der Sound der Pixel Buds Pro ist ausgewogen, der Bass ist auf den Punkt, Höhen und Mitten werden nicht übermannt. Dabei spielt die Musikrichtung keine Rolle, die Kopfhörer funktionieren mit "Electric Callboy" ebenso wie mit dem "Lofi Girl"-Stream. Aktuell fehlt den Stöpseln noch die Fähigkeit, Ton dreidimensional wiederzugeben ("Spatial Audio"). Google verspricht ein Update für den Herbst.

Google Pixel Buds Pro Stöpsel
Die Google Pixel Buds Pro kommen in mehreren Farben. Bemerkbar macht sich das nur am Deckel der Hörstöpsel. Selbst auffällige Farben wirken dezent.
© stern / Christian Hensen

Die aktive Geräuschunterdrückung ist für den Alltag absolut ausreichend, schirmt aber bei enormer Lärmbelastung nicht so gut ab, wie beispielsweise die Airpods Pro es tun. Gleiches Urteil gilt für den durchlässigen Hörmodus. Bei den Airpods Pro hört es sich an, als hätte man keine Kopfhörer im Ohr, die Pixel Buds Pro machen sich durch ein leises Rauschen bemerkbar und ändern Geräusche hörbar, beispielsweise das Klackern einer Tastatur.

Die eingebauten Mikrofone gaben im Test keinerlei Anlass zur Kritik, für Telefonate oder Calls reicht die Sprachqualität mehr als aus. 

Ein Mangel fiel dann doch auf

Etwas negativ machte sich die Reichweite der Kopfhörer bemerkbar. Verbunden mit einem Macbook Air M1, schwächelte die Übertragung bereits zwei Zimmer weiter deutlich. Das fiel deshalb so deutlich auf, da die gleichen Entfernungen für die Airpods Pro bisher nie ein Problem darstellten.

Wichtiges Thema: Laufzeit. Die Google Pixel Buds Pro schafften im Test einen kompletten Arbeitstag mit aktivierter Geräuschunterdrückung. Nach kurzem Aufenthalt im Ladecase war dann auch für den Abend noch genug Reserve vorhanden, vor allem im durchlässigen Modus, der die Batterie nicht so stark belastet. Das Ladecase schaffte rund zwei Aufladungen, bevor es ans Kabel, beziehungsweise auf die Ladeplatte musste.

Fazit: Google Pixel Buds Pro überzeugen

Starker Auftritt von Google, diese Kopfhörer machen Spaß! Der Klang überzeugte ebenso wie die Akkulaufzeit und die aktive Geräuschdämmung. Besonders in Verbindung mit einem Android-Smartphone in Reichweite spielen die Pixel Buds Pro ihre Stärken voll aus und sitzen dabei sehr bequem im Ohr.

Geht es nur um die Klangqualität, gibt es bessere Wettbewerber, etwa von Sony, Bang & Olufsen oder eben Apple. Aber: Im richtigen Ökosystem sind die Unterschiede so marginal, dass sich die Pixel Buds Pro nicht verstecken müssen.

Nutzt man vorwiegend Geräte von Apple, bleiben wohl die Airpods Pro die erste Wahl – ebenfalls aufgrund der Software. Doch was die Stöpsel aus Cupertino für iPhone-Nutzende sind, bietet Google nun eben auch für Android-Fans. Zu einem fairen Preis, gemessen an der tollen Leistung.

Dieser Artikel enthält sogenannte Affilliate-Links. Mehr Informationen dazu gibt es hier. 


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