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Unterstützung für Webvideos: NRW startet erste Youtube-Filmförderung

Das Bundesland Nordrhein-Westfalen hat Gefallen an Webvideos und Youtube gefunden. Mit einem neuen Programm will die Filmförderung Talente locken. Die Bewerbungsphase läuft.

Von Fynn Francke

Staatliche Institutionen gelten im Allgemeinen nicht gerade als Orte der Neuerungen und Innovationen. Vollkommen unbeweglich sind sie aber nicht, wie die erste deutsche Filmförderung für Webvideo-Produktionen beweist. Diese wurde vor Kurzem von der Film- und Medienstiftung (FMS) NRW vorgestellt und trägt den Titel "Academy Fellowship". Statt unter anderem große Produktionen zu subventionieren, zielt das mit einem Jahresbudget von 100.000 Euro ausgestattete Förderprogramm ausschließlich auf den Nachwuchs. So sind Mitglieder von Youtube-Netzwerken wie Mediakraft (LeFloid,Y-Titty) oder IDG Germany (Gronkh, GameStar) explizit ausgeschlossen. Die Videoproduzenten müssen unabhängig sein, um Anspruch auf Förderung zu haben.

Raum zum Experimentieren

Das in Zusammenarbeit mit der European Web Video Academy (Deutscher Webvideopreis) entwickelte Förderprogramm verfolgt mehrere Ziele: Zum einen soll Nordrhein-Westfalen als führender deutscher Webvideo-Standort gestärkt werden. Zum anderen will man den bis zu zehn Kreativen, die für 2014 ins Programm aufgenommen werden, die Möglichkeit geben, mit neuen und mutigen Ideen die Welt des Webvideos zu bereichern. Experimente sind also explizit erwünscht.

Dabei ist es völlig egal, für welche Plattform die Videos produziert werden. Wichtig ist, dass es ein serielles Format ist. Da Youtube aber mit Abstand die attraktivste Plattform ist - vor allem, wenn es um Serien-Formate geht - dürfte der Fokus der geförderten Produktionen auf Googles Videoangebot liegen. Wenn man so will, haben die FMS und die European Web Video Academy also die erste Youtube-Filmförderung auf die Beine gestellt.

Bewerbungsphase läuft

Interessenten können sich bereits seit dem 1. Juli für das "Academy Fellowship" bewerben. Im Oktober startet dann das Programm. Von den maximal 10.000 Euro an Fördergeldern, die jeder einzelne Produzent bekommt, können Eigenhonorare, Betriebsmittel wie Videoequipment und auch Fremdhonorare finanziert werden, sofern sie in Zusammenhang mit der Entwicklung und Produktion des Webvideo-Contents stehen.