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Eine Therapeutin rät Eine Affäre könnte Ihre Ehe retten – aber mit dem eigenen Partner

Eine Therapeutin rät Paaren in de Krise, wieder miteinander eine Affäre zu beginnen 
Eine Therapeutin rät Paaren in de Krise, wieder miteinander eine Affäre zu beginnen 
© Bildagentur-online/Tetra-Images/ / Picture Alliance
Wer in einer langjährigen Partnerschaft lebt, fühlt sich manchmal unbegehrt und ungeliebt. Eine Therapeutin rät leidenschaftslosen Paaren: Haben Sie eine Affäre – mit ihrem Partner.

In langjährigen Beziehungen schleicht sich häufig irgendwann die Gewohnheit ein. Spätestens wenn der Alltag einkehrt und sich nichts Neues mehr ereignet, die einzigen Gesprächsthemen nur noch die eigenen Kinder sind oder man sich im schlimmsten Fall gar nicht mehr zu erzählen hat, sind viele dazu geneigt, eine Affäre zu beginnen. Wer sich zu Hause ungesehen und ungeliebt fühlt, der holt sich die Aufmerksamkeit draußen – mit fatalen Folgen für die Beziehung.

Bestsellerautorin und Paartherapeutin Esther Perel beschreibt dieses Phänomen in ihrem Buch "Mating in Captivity" als "Neutralisierung der Verbindung": Paare tendieren dazu, sich nach einiger Zeit als selbstverständlich anzusehen und haben das Bedürfnis, die Kinder, die Arbeit, das Haus, das Geld über die romantische Verbindung zu stellen. Plötzlich scheint alles wichtiger, als sich um die eigene Beziehung zu kümmern.

Eine Affäre mit dem eigenen Partner beginnen

Suzanne B. Philipps gibt auf "Psychology Today" Tipps, wie man dieser Dynamik entgehen kann. Sie empfiehlt, tatsächliche eine Affäre einzugehen – allerdings mit dem eigenen Ehepartner. Ihrer Meinung nach folgten Affären verschiedenen unterschiedlichen Prinzipien, derer sich auch Eheleute gerne wieder bedienen dürften, denn sie hielten eine Beziehung lebendig.  

1. Die Jagd

Lernt man jemanden neu kennen, dann begibt man sich auf die Jagd und macht demjenigen somit klar: Ich habe Interesse an dir. Philipps rät ihren Patienten und Patientinnen, wieder Jagd auf den eigenen Partner zu machen. Und das gerne auch mit deutlichen Worten. "Sagen sie ihrem Partner, dass sie gerne eine Affäre hätten. Wenn sie seine Aufmerksamkeit haben, erklären sie ihm, dass er die Affäre sein soll", so die Therapeutin.

2. Beharrlichkeit

Gehen sie davon aus, dass Ihr Gegenüber, sie auslachen wird oder gar die Augen verdrehen wird. Philipps rät ihn diesem Fall, mitzulachen aber beharrlich zu bleiben. Stellen sie ihm oder ihr nach, schreiben sie eine Nachricht, dass Sie gerne eine Affäre hätten, hinterlassen Sie eine Notiz auf dem Schreibtisch. Der Partner wird sich in diesem Fall zumindest schon einmal gesehen fühlen.

3. Gemeinsame Momente

Menschen, die eine Affäre eingehen, nutzen jede Gelegenheit aus, alltägliche Dinge zu einem besonderen Moment zu machen. Auch wenn man nur fünf Minuten miteinander verbringen kann. Sei es eine kleine Kaffeepause, ein Spaziergang im Park oder ein spätabendlicher Snack, den Sie zusammen einnehmen (Handy vom Tisch!) – versuchen Sie die kleinen Momente wieder miteinander zu zelebrieren und zu genießen.

4. Das Unbekannte

Verbotene Früchte schmecken süßer. Das ist auch der Grund, warum so viele Verheiratete einer Affäre oder einem Seitensprung zum Opfer fallen, denn die Erregung und der Nervenkitzel steigen dadurch immens. Zwar betont Philipps, dass wir Stabilität und Sicherheit bräuchten, um eine gefestigte Beziehung einzugehen und gemeinsam Kinder großzuziehen, doch genau das wird einem auch oft zum Verhängnis. Die Folge ist, dass sich diese Sicherheit in Langeweile und Desinteresse umwandeln kann. Esther Perel betont in ihrem Buch, dass wir eben davon ausgingen, unser Partner gehöre uns – und was man schon besitzt, begehre man nicht mehr.

Philipps schreibt, um Interesse und Romantik zu aufrechtzuerhalten, müssten wir es wagen, "vertraute Fremde" zu werden. Der Schlüssel läge darin, über vertraute Perspektiven hinauszugehen und sich auch zu fragen: Was würde ein anderer Mann oder eine andere Frau in unserem Partner sehen? Man sollte sich überlegen, wie anders man sich fühlen würde, wenn man den Ehepartner wieder zurückerobern müsste.

5. Verlangen und Verführung

In einer Studie über die sexuellen Wünsche von Männern und Frauen in fand Elaine Hatfield 1988 heraus, dass es verheirateten Männer besonders wichtig sei, wenn ihre Partnerin den Sex häufiger von selbst initiieren würde und verführerischer wäre. Frauen hingegen wünschten sich, dass man öfter liebevoll miteinander redete und verführerischer wäre.

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Überträgt man diese Wünsche nun auf eine Affäre, würden sie für beide Seiten gleichermaßen erfüllt werden. Schließlich geht es um sexuelles Verlangen, Liebesgeflüster und sich selbst wieder für jemand anderen attraktiv zu machen. Ehepartner hätten laut Philipps häufig Angst vor Ablehnung, Leistungsdruck oder Unvollkommenheit. Wenn man es schaffte, diese beiseite zu schieben und sich wieder die Hand zu reichen, dann wollte man einander auch wieder verführen.

6. Fantasie

Philipps zitiert den Poeten Stephen Mitchell, der sagt Sexualität sei "nie einfach eine biologische, reflexive Handlung, sondern immer teilweise ein Akt der Imagination." Tragen oder tun Sie etwas anderes, das Ihre Fantasie anregt und von dem Sie wissen, dass Ihr Partner es interessant oder unerwartet finden könnte. Finden Sie währenddessen Gründe zum Lachen – auch über sich selbst. Vergessen Sie nicht, wie sexy ein Sinn für Humor und Lachen sein kann.

Quelle: "Psychology Today"


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