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Weiblich! Ledig! Na und?: Verknallt? Verliebt? Oder eine Affäre?

Elf Tage nach Silvester ist der Mann mit Hut aus der Neujahrsnacht noch immer da. Es fühlt sich gut an. Doch bedeutet das etwas? Und wenn ja, was? Die Singlefrau kommt ins Grübeln.

Zehn, elf Tage kenne ich seinen Namen, weiß wie er küsst und riecht. Ich habe nicht nur den Hut an Basti gesehen, sondern auch eine Mütze. Ich habe seine WG-Mitbewohner getroffen, und er saß schon an meinem Frühstückstisch. Er hat meine Jonglierkünste, die ich irgendwann im Teenageralter mal liegen lassen hatte, wieder geweckt und er hat mich aus meinem gut durchgeplanten Tagesablauf gerissen. Ich habe viel gelacht, geschmunzelt, gegrinst. Wir konnten die Finger und Münder nicht voneinander lassen.

Doch am vierten Tag stand die Frage im Raum: Was ist das hier? Er stellte sie laut. Mein Kopf hatte sie schon Stunden vorher formuliert. Ich sprach sie nicht aus. Weil ich keine Antwort drauf geben konnte, geben wollte.
Eine Freundin fragte mich an Tag fünf. Ich zuckte mit den Schultern.
Ein Leser fragte mich an Tag sieben. Ich blockte ab.

Warum will ich diesem Zustand einen Namen geben? Warum verlangt er nach einer Beschreibung? Warum wollen andere wissen, was es ist? Ich murmel die Zeilen von Erich Fried dutzendfach am Tag. "Es ist, was es ist, sagt die Liebe". Und versuche, mich selbst zu beschwichtigen. Damit, dass ich jetzt nicht wissen muss, was es ist. Dass man Menschen auch erstmal kennenlernen soll. Gefühle sich entwickeln oder versiegen. Nicht alles greifbar und erklärbar ist, was das Herz hüpfen lässt. In mir kämpft etwas. Vernunft gegen Tollkühnheit – "Er ist zu jung, in anderen Lebensumständen, passt nicht in dein Leben." "Heißa! Was für eine sensationelle Aufregung. So viel Spannung, Spaß und Spiel." Angst gegen Neugier – "Bin ich bereit für eine Beziehung? Tue ich mir weh? Verletzte ich ihn, wenn ich nur ein Abenteuer will?" "Das macht so Spaß. Ich will mehr. Was du mit ihm wohl alles noch erlebst?" Freiheitsdrang gegen Nähebedürfnis – "Ich will doch Single sein. Mich auf den Job konzentrieren. Mein neues Leben in der neuen Stadt in vollen Zügen genießen." "Es fühlt sich so gut an, wenn wir Hand in Hand durch den Park schlendern, wenn wir uns küssen, wenn wir nebeneinander liegen." Seit Tag vier Summe ich das Lied von Mia "Was es ist, fragt der Verstand. Ich freu mich auf mein Leben." Und sage ihm und mir, dass ich nicht weiß, was es ist, dass ich es genieße, dass es mich verwirrt, aber ich es weder stoppen noch beschleunigen will. Ich will es einfach laufen lassen. Aber wie schwer ist das bitte! Vor ein paar Tagen wollte meine Rationalität eingreifen. Sie redete mir ein, dass mich seine lyrischen SMSs nerven. Dass mich die Frage, ob er abends kurz vorbeikommen könne, einenge. "So fühlen sich also Männer, wenn die Frauen ständig schreiben", nörgelte meine innere Stimme. Ich erteilte ihr Redeverbot. Setzte mich über ihre Empfehlungen hinweg, fand sie zu gehässig. Denn das Herz hüpfte ja.

Die Frage nach dem "was" stand abermals im Raum. Ich konnte sie nicht beantworten. Wir verabschiedeten uns mit einem schüchternen Kuss. Am nächsten Tag kam keine Nachricht. Ich schrieb keine. Ich fuhr weg. Das war lange geplant. Die Zwangspause kam mir sehr gelegen. Abstand, Zeit für mich und zum Nachdenken. Und gleichzeitig sehnte ich mich. Nach seinen Worten, seinen Händen, seinem Lachen. Und fragte mich, was ich da fühle, was ich will, wann es aufhört und wer es stoppen kann.

Der räumliche Abstand hat nichts genutzt. Die Stille zwischen uns währte nicht lang. Er hatte den Abschied als Ende eines Rausches empfunden. Die Realität hatte ihn wieder. Ich war schockiert, denn ich wollte den Träumer nicht in die Wirklichkeit schubsen, und gleichzeitig seltsam ruhig. Ich spürte, dass er nicht verschwinden würde. Er ist immer noch da, nah auch auf die Distanz. Ich bin noch immer unsortiert und überfordert. Aber ich lass das jetzt so. Und beruhige mich mit Woody Allen: "Liebe ist die Antwort, aber bis es so weit ist, stellt der Sex ein paar gute Fragen."

Der Singlefrau kann man hier auf Twitter folgen.

Die Facebook-Seite der Singlefrau findet man hier.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.