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bochum: Die Grundhaltung sollte stimmen

»Wirtschaft für Nicht-Ökonomen« geht in die zweite Runde

»Wirtschaft für Nicht-Ökonomen« geht in die zweite Runde

Das Interesse zahlreicher Philologen, Historiker, Publizisten und Sozial- und Naturwissenschaftler an Grundkenntnissen der Ökonomie scheint ungebrochen. So berichteten wir bereits vor Wochen über überfüllte wirtschaftswissenschaftliche Vorlesungen für Geisteswissenschaftler.

Doch eine Vorlesungsreihe reicht nicht aus, um in einem Wirtschaftsunternehmen Fuß fassen zu können. Da sind sich die Industrie- und Handelskammer im mittleren Ruhrgebiet, das Arbeitsamt Bochum, die Fakultät für Wirtschaftswissenschaft, die Sektion Sozialpolitik und Sozialökonomik, die Koordinierungs- und Beratungsstelle für den Berufseinstieg (KoBra) und das Institut für Arbeitswissenschaft der Ruhr-Universität Bochum einig.

In Zusammenarbeit mit dem Weiterbildungszentrum der Universität entwickelten sie bereits im vergangenen Jahr ein Programm, um Geistes- und Naturwissenschaftlern Ökonomiekenntnisse zu vermitteln. Jetzt geht das zweisemestrige Programm »Wirtschaft für Nicht-Ökonomen« in die zweite Runde. Auf die kleine Gruppe, das Angebot ist auf 25 Teilnehmer beschränkt, wartet ein umfangreiches 298 Unterrichtsstunden starkes Programm. Astrid Knott von der KoBra verdeutlicht das Konzept: »Es soll darum gehen, den Studenten ein Grundverständnis für ökonomische Zusammenhänge zu vermitteln.« Im Gegensatz zum ersten Lehrgang setzen die Organisatoren nun verstärkt auf Dozenten aus der Universität. Trotzdem sollen aber auch Praktiker zu Wort kommen, sodass die Studis einen umfangreichen Einblick in die Welt der Wirtschaft bekommen.

Im Wintersemester 2001/02 starten die Studierenden nach einem Einführungstag mit einer Volkswirtschaftslehre-Vorlesung durch, an deren Ende eine Klausur das vermittelte Wissen abfragt. Eine Übung am Lehrstuhl für Sozialpolitik und Öffentliche Wirtschaft begleitet diese Vorlesung. Hinzu kommen zwei Blöcke, in denen »Sozialpolitik und Sozialökonomik« und »Managementkonzepte« vertieft werden. Ein Bewerbungstraining und ein EDV-Modul komplettieren das Angebot im Wintersemester.

Im darauf folgenden Sommersemester müssen die Nicht-Ökonomen dann eine Einführung in die Betriebswirtschaftslehre besuchen. Auch hier müssen die Teilnehmer eine Übung absolvieren und eine Klausur bestehen. Die Blöcke »Projektmanagement« und »Marketing« sowie vier Doppelstunden Kommunikationstraining bereiten die Studierenden auf ein zweimonatiges Unternehmenspraktikum vor, in dem sie das gerade Erlernte anwenden müssen. Am Ende wartet auf die erfolgreichen Absolventen ein Gesamtzertifikat.

Ein wirtschaftwissenschaftliches Universitätsstudium will und kann der zweisemestrige Kurs allerdings nicht ersetzen. Astrid Knott: »Trotzdem ist es wichtig, dass auch Geisteswissenschaftlern eine betriebswirtschaftliche Grundhaltung vorweisen. Ökonomische Zusammenhänge beherrschen mittlerweile alle Berufs- und Tätigkeitsfelder.«

Umsonst ist die Teilnahme an der Weiterbildungsmaßnahme allerdings nicht. Der zweisemestrige Kurs kostet 400 Mark. Interessierte Studenten müssen an der Ruhr-Uni eingeschrieben sein und bereits ihr Grundstudium beendet haben. Wer teilnehmen möchte, muss eine schriftliche Bewerbung einreichen und in einem halbstündigen Bewerbungsgespräch Motivation und Eignung für das Projekt bestätigen können. »Auf gute Noten kommt es uns weniger an. Die Grundhaltung sollte stimmen«, erläutert Astrid Knott das Auswahlverfahren.

Weitere Informationen und eine Gesamtübersicht zum Programm liefert die Internt-Seite der Koordinierungs- und Beratungsstelle für den Berufseinstieg. Zudem lädt die KoBra am 10. Juli 2001 um 14 Uhr (c.t.) in HGA 30 zu einer Informationsveranstaltung. (sf)

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