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Dankes-Brief an einen Fremden Mutter einer autistischen Tochter rührt das Netz


Shanell Mouland hat schon viele Reaktionen auf ihre autistische Tochter erlebt - von Ignoranz bis Mitleid. Doch ein Mann schaffte es nun, sie zu überraschen. Sie dankt ihm in einem bewegenden Brief.

Nach einem Besuch in Disney World flog Shanell Mouland mit ihrer dreijährigen Tochter Kate zurück nach Philadelphia. Sie setzte sich selbst ans Fenster und die autistische Kate auf den mittleren Sitz. Denn Kate liebt es, mit dem Fensterverdeck im Flugzeug zu spielen. Shanell berichtet in einem offenen Brief auf ihrem Blog, wie sie ein bisschen ängstlich darauf wartete, wer sich wohl neben ihre Tochter setzen würde. Vielleicht einer von den großen jungen Männern aus dem Basketballteam? Das würde Kate gefallen. Oder eine der freundlichen älteren Damen? Leider nicht. Stattdessen setzte sich ein Geschäftsmann mit Aktentasche neben die Dreijährige.

"Ich sah schon Kate, Ihnen Wasser über Ihre Multi-Millionen-Dollar-Verträge oder Kaufunterlagen für ein Haus oder was auch immer kippen", schreibt Shanell in dem Brief an ihren Mitreisenden. Doch es kam anders. "In dem Moment, als Sie sich setzten, begann Kate, an Ihrem Arm zu reiben. Ihre Jacke war weich und sie mochte das. Sie lächelten sie an und sie sagte: 'Hi Daddy, das ist meine Mama'. In diesem Moment hatte sie Sie."

Den ganzen Flug über spielte der Unbekannte mit Kate. Er fragte sie nach ihren Spielsachen und störte sich nicht an ihren unverständlichen Antworten. Shanell bot mehrfach an, ihre Tochter abzulenken, doch der Mann verneinte und schien die Gesellschaft des kleinen Mädchens zu genießen.

"Daddy auf Platz 16c"

Auf ihrem Blog erzählen Shanell und ihr Mann von ihrem Familienleben und den besonderen Herausforderungen, die ein autistisches Kind mit sich bringt. Sehr ehrlich, bewegend, aber auch immer wieder lustig sind ihre Einträge.

Ihr offener Brief an "Daddy auf Platz 16c" wurde bereits zehntausende Mal bei Facebook und Twitter geteilt. Viele User sind begeistert von dem Mann und seiner Reaktion. "Die Mutter einer autistischen Tochter erzählt von ihren Erfahrungen während eines Fluges, ausnahmsweise geht es nicht darum, sich bei seinen Nachbarn zu entschuldigen", schreibt zum Beispiel Sachin Kalbag auf Twitter.

"Sie hätten sich unwohl in Ihrem Sitz hin und her bewegen können", schreibt Shanell in ihrem Brief. "Sie hätten sie ignorieren können. Sie hätten mir dieses 'Lächeln' schenken können, das ich nicht mag, weil es bedeutet: Halten Sie Ihr Kind im Zaum. Aber Sie taten nichts davon."

Für Kate sei es wegen des netten Fremden von Platz 16c der beste Flug ihres Lebens gewesen. Und vielleicht auch für ihre Mutter. Sie schreibt am Ende ihres Briefes: "Danke dafür, dass ich nicht diese fürchterlichen Entschuldigungen wiederholen musste, die ich so oft in der Öffentlichkeit sagen muss."

Viktoria Meinholz

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