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Design-Abschluss: Von der Schulbank auf den Laufsteg

Was die Abschlussklasse der Akademie Mode & Design auf ihrer diesjährigen Fashion-Show präsentierte, kann sich sehen lassen. Der Nachwuchs überzeugte mit außergewöhnlichen Kollektionen.

Auf der "Puls 04" präsentierte die Abschlussklasse der AMD Akademie Mode & Design aus Hamburg am 24. Januar ihre aktuellen Arbeiten. "Das diesjährige Kollektionsspektrum bietet für jeden Geschmack etwas: Von Understatement bis hin zu extravaganter Verspieltheit", erklärt Susanne Müller-Elsner, künstlerische Leitung des Studiengangs Modedesign.

Verteilt über 200 Entwürfe reichte die thematische Spannbreite von Frühjahr-/Sommermode bis hin zur Herbst- und Winterkollektion. Das Gegenspiel von Sportswear und Couture stand in vielen Kollektionen der Studenten im Focus. Fließende Stoffe, Drapierungen und glänzende Materialien trafen auf Jogginganzüge, Baggy-Pants und Sneakers. Innovative Entwürfe, die ihrer Zeit gerecht werden.

Jahrhundertalte Verarbeitungstechniken machte sich der 26-jährige Absolvent Stefan Eckert zum Thema: Mit seiner extrem künstlerischen Kollektion "Couture Now" gelang es ihm, traditionelle Handwerkstechniken innovativ umzusetzen. Klare Linien zeichneten die Herbst-/Winterkollektion von Kristina Etspüler aus. Die 23-Jährige zeigte in ihrer Abschlussarbeit "Mission to success" feminin-klassische Outfits: Materialien wie Seide und Cashmere in warmen Bordeaux-Tönen kombiniert mit strahlendem Silber.

Neben der Abschlussklasse präsentierten ebenfalls Studenten ihre Arbeiten: Zum Thema "Romance & Radical" stellte das zweite Semester die Farbe Rot in den Vordergrund. Unter dem Titel "ÜSL-Wear" mixte der Modenachwuchs des vierten Semesters die Uniformen der Straße mit Elementen der klassischen Couture. Für das Bild "Männersache" sampelte das sechste Semester klassische Herrenkleidung mit flippiger Streetwear.

Viele Absolventen der AMD arbeiten mittlerweile als Designer bei namhaften Labels wie Donna Karan, Issey Miyake oder Tom Tailor. Der Abschluss an der AMD ein Sprungbrett für die Karriere im internationalen Modezirkus? Bei einem Blick auf die aktuellen Abschlussarbeiten kommen keine Zweifel mehr auf.

Trotz schwerer Branche ist der Nachwuchs optimistisch

Aber: Was auf dem Laufsteg elegant und leicht wirkt, wurde meist über Monate in harter Arbeit entwickelt. Für eine Karriere in der Modewelt benötigt man nicht nur eine solide Ausbildung, sondern auch Ausdauer und eine gehörige Portion Kreativität.

Designer arbeiten als Spezialisten mit sehr unterschiedlichen Schwerpunkten. Dazu gehören neben der Damen- und Herrenmode etwa Sportbekleidung, Kindermode, Young Fashion, Schuhe, Wäsche sowie Bademode und Accessoires. Solides Handwerk ist da mehr gefragt als Zeichenkunst. Designer sind nicht nur Bildchenmaler. Sie müssen sich auch mit Zielgruppen und Sortimenten auskennen.

Die Chancen für den Designer-Nachwuchs sind allerdings begrenzt. Nur etwa fünf Prozent der jährlich insgesamt rund 2.000 Absolventen an den etwa 150 deutschen Designschulen erhalten eine feste qualifizierte Anstellung.

Und trotzdem ist der Nachwuchs optimistisch. Stefanie Rürup, seit letzten Samstag ausgebildete Designerin der AMD, macht sich über ihre berufliche Zukunft keine großen Sorgen. "Ich hatte von Anfang an eine positive Einstellung. Außerdem war und ist mein Ziel, tragbare Mode zu entwerfen – und dafür gibt es einen Markt." Ihr Zukunftswunsch? "Ganz klar, das eigene Label! Und dafür muss ich das Handwerk perfekt beherrschen. Deshalb werde ich nach der dreijährigen Ausbildung jetzt noch ein Jahr meine Schnittkenntnisse verbessern, indem ich eine Directricenausbildung anhänge", sagt die 26-Jährige. Unter dem Motto "Vatnajökull" präsentierte sie auf der "Puls 04" ihre Entwürfe dem Publikum. "Ich war schon sehr stolz, als ich den Applaus hörte. Da vergisst man dann doch schnell die drei sehr harten Jahre an der Akademie."

Solide Ausbildung für den Nachwuchs

An der AMD, die Niederlassungen in Hamburg, Düsseldorf und München hat, studieren rund 1.000 Studenten. Das Ausbildungsangebot ist umfangreich: Neben Modedesign, Modejournalismus/Medienkommunikation bietet die Schule auch Studiengänge in den Bereichen Mode- und Designmanagement und Interiordesign an. Pluspunkt der Akademie: Die Studenten werden zusätzlich geschult in den Bereichen Coaching und Unternehmensberatung.

Die Philosophie der AMD setzt vor allem auf interdisziplinäre Ausbildung und praxisorientierten Unterricht: Die Dozenten arbeiten neben ihrer Lehrtätigkeit in der freien Wirtschaft – und orientieren ihren Unterricht somit an den aktuellen Bedürfnissen des Marktes. Voraussetzung für ein Studium an der AMD sind das Abitur oder die allgemeine Fachhochschulreife, der bestandene Aufnahmetest, die Begutachtung der Bewerbungsmappe und vor allem das persönliche Gespräch mit der Studienleitung des angestrebten Studienganges. Wer diese Hürden gemeistert hat, lernt drei Jahre und drei Monate 25 bis 28 Stunden pro Woche den Umgang mit Stoffen und Materialien sowie die Techniken. Auch die Praxiserfahrung kommt nicht zu kurz: Zwei dreimonatige Pflichtpraktika und eine Workshopwoche pro Semester bereiten die Studenten auf die reale Arbeitswelt vor.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.