diplomand Diplomand des Monats: Martin Wysterski


geb. geb.1974

Freie Universität Berlin

Politik- und Sozialwissenschaften

mwys@online.de

Zur Person:

Oft wird man ja gefragt, an welche Dinge aus seiner Kindheit man sich besonders gern erinnert. Für mich ist die Antwort ganz klar. Konnte man doch in Berlin, zum Leidwesen meiner Eltern, für nur eine Telefoneinheit so lange telefonieren wie man wollte. Eine Besonderheit, die mein Leben stark beeinflussen sollte.

Mein Name ist Martin Wysterski, und ich wurde am 20.08.1974 in eben dieser Stadt geboren. Dort habe ich auch gerade mein Studium im Studiengang Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (Schwerpunkt: Empirische Kommunikations- und Medienforschung), mit den Nebenfächern Psychologie und Politikwissenschaft, an der Freien Universität abgeschlossen. Während des elf Semester andauernden Studiums konnte ich einige Erfahrungen in der Berufspraxis sammeln. Nachdem ich im ersten Halbjahr 1998 beim Göttinger Institut für angewandte Kommunikationsforschung gearbeitet hatte, wechselte ich anschließend zum Markt- und Meinungsforschungsinstitut forsa. So konnte ich als Telefoninterviewer meiner Lieblingstätigkeit uneingeschränkt nachgehen.

Dies hatte zur Folge, dass ich dort nach einem Jahr telefonieren als Supervisor eingestellt wurde. Meine Aufgabe bestand nun u.a. darin, die anderen Interviewer beim Telefonieren zu beobachten und zu kontrollieren. Nichtsdestotrotz entschloß ich mich, wiederum ein Jahr später, nach Kiel zu gehen, um dort eine Trainee-Stelle beim regionalen Markt- und Meinungsforschungsinstitut MediaFutura anzunehmen. Eine meiner Hauptaufgaben bestand überraschenderweise darin, ein Telefonstudio einzurichten. Nach Beendigung der Tätigkeit dort, konzentrierte ich mich auf den Abschluss meines Studiums.

Was meine Vorstellungen für die berufliche Zukunft betrifft, so bin ich für alles offen. Einerseits würde ich gerne im Bereich der Markt- und Meinungsforschung tätig bleiben, andererseits interessiere ich mich auch sehr für die wissenschaftliche Arbeit sowie für die Neuen Medien. Wie dem auch sei, wenn ich mir etwas für die Zukunft wünschen könnte, wären dies auf jeden Fall deutlich geringere Telefongebühren für Ortsgespräche.

Webgezapped - Selektionsverhalten im WWW und Fernsehen

Die vorliegende Studie befasst sich mit der Frage, inwieweit Rezipienten ihr Selektionsverhalten vom Medium Fernsehen auf das Medium World Wide Web übertragen. Konkret wird dies anhand einer Befragung von Studenten an verschiedenen Hochschulstandorten in Deutschland (Berlin, Münster, München und Stuttgart) untersucht.

Die Kommunikations- und Medienforschung befaßt sich schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts mit der Fragestellung der Selektion von Medieninhalten seitens der Rezipienten. Seit einiger Zeit beschäftigt sie sich auch mit dem Thema Internet. Allerdings beruhen die meisten Studien, aufgrund der schnellen Entwicklung und Verbreitung des Internets, auf einer Analyse der Nutzer- und Verbreitungsstrukturen. Erst nach und nach werden auch die Aspekte des Navigations- und Selektionsprozesses in den Vordergrund gerückt.

Mit dem Internet hat sich ein Medium entwickelt, das die Kommunikationsstrukturen in der Gesellschaft nachhaltig verändert hat und weiter verändern wird. Wie noch zu zeigen ist, handelt es sich dabei nicht um ein, sondern um viele Neue Medien. Eines dieser Medien ist das World Wide Web. Im WWW werden unzählig viele Informationen angeboten, aus denen sich der Nutzer diejenigen aussuchen kann, die ihn interessieren. Dazu ist es aber notwendig, daß er sich bestimmter Strategien oder Verhaltensmuster bedient, da es für ihn ansonsten fast unmöglich ist, die gewünschten Informationen zu finden. In dieser Studie soll deshalb das Selektionsverhalten der WWW-Nutzer untersucht und dabei überprüft werden, inwiefern Selektionsstrategien vom Fernsehen auf das World Wide Web übertragen werden.

Nicht zuletzt aufgrund ausbleibender Abonnenten im Pay-TV-Bereich setzt die Medienbranche auf die Verknüpfung von Internet und TV. Denn durch den Erfolg der Onlinemedien sowie der technischen Annäherung zwischen Computer und Fernsehen erhofft man sich nun auch den Durchbruch des interaktiven Fernsehens. So kann schon heute über Set-Top-Boxen vom Fernsehgerät auf das Internet zugegriffen werden. Doch verhalten sich die Rezipienten im WWW genau so wie im Fernsehen? Vermeiden dieselben Nutzer Werbung im WWW, die auch Werbung im Fernsehen vermeiden? Surfen einige einfach nur durchs Netz, die auch nur aus Spaß durchs Fernsehprogramm zappen? Versuchen Hopper auch im Internet so viele Informationen wie möglich gleichzeitig abzurufen? Oder ist das Nutzungsverhalten bzgl. beider Medien unabhängig voneinander? Dies sind Fragen, zu deren Beantwortung diese Studie einen Teil beitragen soll.

Die Auswertung der Daten basiert auf 425 Fällen. Es wurde eine bewusste Quotenstichprobe von Studenten gezogen, die in der Regel mindestens einmal pro Woche das Internet nutzen. Zur Kategorisierung der verschiedenen Fernsehnutzertypen wurden u.a. multivariate statistische Verfahren wie die Faktoren- oder Clusteranalyse eingesetzt. Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere in den Bereichen des Zapping und Switching von einer Übernahme des Selektionsverhaltens vom Fernsehen auf das WWW ausgegangen werden kann.

1. Einführung

2. Die Bedeutung des Internets im Kontext der Kommunikations- und Medienforschung

2.1 »Neue Medien« aus Sicht der Kommunikations- und Medienforschung

2.2 Internet - ein weltumspannendes Netz

3. »Information overload« - Selektion als Informationsmanagement

3.1 Historische Entwicklung der Medienwirkungsforschung

3.2 Verschiedene Phasen und Ebenen der Selektion

3.3 Verschiedene Arten der Selektion

3.4 Klassische Selektionstheorien und ihre Bedeutung für die Neuen Medien

4. Selektion im Internet als Problemstellung

4.1 Substitution und Komplementarität von Medien

4.2 Der aktive Rezipient

4.3 Fernsehnutzung

4.4 Onlinenutzung

4.5 Selektion im TV- und WWW - ein Vergleich

5. Konzeption und Design der Studie

5.1 Forschungsleitende Fragestellungen und Hypothesen

5.2 Untersuchungsdesign

5.3 Pretest und Erhebung

6. Selektionshandlungen im WWW und TV - Ergebnisse der Befragung

6.1 Rücklaufquote und allgemeine Stichprobenbeschreibung

6.2 Internetnutzung

6.3 Fernsehnutzung

6.4 Typen von Fernsehnutzern und ihr Selektionsverhalten im WWW

7. Zusammenfassung und Fazit

8. Literatur

9. Anhang

Diplomarbeit: Webgezapped - Selektionsverhalten im WWW und Fernsehen

Hochschule: Freie Universität Berlin

Institut: Publizistik- und Kommunikationswissenschaft

Fachbereich: Politik- und Sozialwissenschaften

Art der Arbeit: Magister

Abgabe: Januar 2000

Bearbeitungsdauer: 6 Monate

Seitenzahl: 124

Note: 1,0

Preis: 423,72 ?

Preis für Studierende: 211,86 ?

Bestellnr.: 90652251

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