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Geothermie: Heizkraft aus dem Erdinneren

Nie wieder Heizöl oder Gas! Das dachten 2007 fast 30.000 Häuslebauer und investierten in eine Erdwärmpumpe. Wirklich unabhängig sind sie damit trotzdem nicht. Denn die Pumpe läuft mit Strom und rechnet sich nur bei Gebäuden mit ohnehin niedrigem Energieverbrauch.

Von Christoph M. Schwarzer

Im Bergwerk ist es immer warm. Ein Kilometer unter der Erdoberfläche herrschen selbst im tiefsten Winter über 35 Grad. Der Kern unserer Erde wird sogar auf über 5000 Grad geschätzt. Und selbst wenige Meter unter der Grasnarbe ist es immer frostfrei. Diese oberflächennahe Wärme kann jeder Hausbesitzer zum Heizen nutzen. Mit einer Wärmepumpe, die ähnlich wie ein Kühlschrank funktioniert, nur in die andere Richtung: Es wird nicht drinnen kühl und draußen warm, sondern umgekehrt.

Die Branche boomt, obwohl die oberflächennahe Geothermie anders als etwa Photovoltaik nur wenig vom Staat gefördert wird. "Das erzeugt bei manchem Interessenten den Eindruck, dass Erdwärmeheizungen nicht gut sind", sagt Werner Bußmann vom Bundesverband Geothermie. Die Realität: Oft rechnet sich die Anlage einfach so, ohne jede Förderung. Darum gibt es bei einem Neubau nicht mehr als 2000 Euro Staatsknete (Altbau: bis 3000 Euro). Und das bei geschätzten Kosten von rund 18.000 Euro für das Komplettpaket bei einem Beispielhaus in Norddeutschland: Bohrungen, Erdwärmesonde, Wärmepumpe, Warmwasserspeicher und Montage.

Kosten sorgfältig abwägen

Den Löwenanteil machen mit circa 60 Prozent die Bohrkosten aus. Schließlich müssen die Leitungen für das Kühlmittel in die Tiefe: Je nach Verfahren entweder bis zu 1,5 Meter (Erdwärmekollektoren) oder bis zu 150 Meter bei den mit 80 Prozent Marktanteil am weitesten verbreiteten Erdwärmesonden. Für den Antriebsstrom der Wärmepumpe, die Zählergebühren und die Wartung eines 150 Quadratmeter großen Hauses in moderner Niedrigenergiebauweise sind dann noch etwa 680 Euro im Jahr fällig. Laut Bundesverband Geothermie zahlt sich eine solche Anlage im Vergleich zu Gas nach neun und im Vergleich zu Öl nach fünf Jahren aus.

Wer sich eine Erdwärmeheizung einbaut, ist unabhängig von fossilen Energieträgern und damit kein Spielball von politischen Rahmenbedingungen. Allerdings nur auf den ersten Blick. Denn der Strom für die Wärmepumpe kommt aus der Steckdose. Und am anderen Ende der Leitung hängt ein Kraftwerk, das immer noch oft auf Rohstoffe wie Braunkohle, Uran oder Erdgas und selten auf Sonne und Wind baut.

Keine echte Unabhängigkeit

Steigt der Strompreis, steigen also wie gehabt auch die Heizkosten. Vorteil für die Geothermie: Fast alle Versorgungsunternehmen bieten spezielle, verbilligte Tarife für Nutzer der Erdwärme an. Ähnlich wie bei Nachtspeicherheizungen laufen die Wärmepumpen dann zu nachfrageschwachen Zeiten. Zu Spitzenlastzeiten können sie dagegen sogar kurzfristig vom Versorger abgeschaltet werden, was sich aber nur bei Gebäuden mit wenig Speichermasse bemerkbar macht.

Was denn meisten Altbaubesitzern, die an einen Ersatz ihrer Uraltheizung durch eine Erdwärmeanlage denken, einen Strich durch die Rechnung macht, sind die Vorlauftemperaturen ihrer Heizung. Ökonomisch sinnvoll arbeitet eine Geothermieanlage nämlich nur bis zu etwa 40 Grad in den Rohren. Und damit kommen nur moderne Häuser mit einem guten Dämmwert oder einer Fußbodenheizung aus. Bei einem 70er-Jahre-Haus nach damaligem Standard sind aber auch schon mal über 60 Grad nötig, damit es nicht kalt wird.

Niedrige Vorlauftemperaturen unabdingbar

Für die Wirtschaftlichkeit der Anlage ist die im Fachchinesisch so genannte Jahresarbeitszahl besonders wichtig. Sie gibt das Verhältnis zwischen abgegebener Heizenergie und verbrauchtem Strom an. Ein Wert von über 4 ist gut und im Neubau möglich. Und den erreichen immer mehr Häuser. Die Zahl der neu verbauten Anlagen hat sich in den letzten zehn Jahren verzehnfacht. Wenn der Klimawandel ungebremst weiter geht, dürfte noch eine weitere Option der Wärmepumpen spannend werden: Mit wenig Umbauaufwand können sie nicht nur heizen, sondern auch kühlen.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.