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Feuer nach Explosion Mehrere Tote bei Unglück in türkischem Bergwerk


Bei einem Unglück in einem Kohlebergwerk im Westen der Türkei sollen mindestens 17 Arbeiter ums Leben gekommen sein. Bis zu 300 Bergleute waren am Abend noch in dem Stollen eingeschlossen.

Rettungsmannschaften lieferten sich in einem türkischen Bergwerk am Dienstag einen Rennen gegen die Zeit. Nach einer Explosion und einem Feuer waren bis zu 300 Arbeiter in der Tiefe eingeschlossen. Mit rußverschmierten Gesichtern unter gelben Helmen wurden Überlebende geborgen und in Krankenhäuser gebracht. In Tränen aufgelöst warteten Angehörige Dutzender eingeschlossener Kumpel am Abend auf Nachrichten.

Bei der Explosion in etwa zwei Kilometern Tiefe seien mindestens 17 Bergleute getötet worden, teilten Rettungskräfte am Abend mit. Dichter Rauch behinderte die Rettungsarbeiten in der Zeche, die bei Soma in der Provinz Manisa liegt.

Die Meldungen überschlugen sich zeitweise. Ein Abgeordneter der türkischen Regierungspartei AKP sprach zunächst von 20 Toten, korrigierte sich dann aber am Abend. Energieminister Taner Yildiz, der zum Unglücksort reiste, sagte, es gebe noch keine verlässlichen Zahlen. "Erst müssen wir zu den Arbeitern gelangen", sagte er. Es seien mehrere Rettungsteams im Einsatz.

Auch Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan verfolgte die Rettungsarbeiten. "Hoffentlich werden wir bald weitere Informationen über die Männer haben", sagte er am Abend. Staatspräsident Abdullah Gül ordnete an, alle Kräfte in Bewegung zu setzen. Die türkische Luftwaffe stellte ein Flugzeug bereit, um zusätzliche Rettungskräfte aus dem Norden des Landes heranzuführen.

Unglücksursache womöglich elektrischer Defekt

In der Türkei kommt es immer wieder zu tödlichen Grubenunfällen. Mehrfach gab es in den vergangenen Jahren Verstöße gegen Sicherheitsbestimmungen oder es wurden veraltete Arbeitsgeräte eingesetzt. Das folgenschwerste Unglück der vergangenen Jahrzehnte ereignete sich 1992 in einem Bergwerk in der Provinz Zonguldak. Dort starben bei einer Gasexplosion 263 Menschen.

In die nicht vom Feuer erfassten Teile des Bergwerks wurde frische Luft gepumpt. Die Explosion wurde nach ersten Untersuchungen von einem elektrischen Defekt ausgelöst. Der Aufzug funktionierte nicht mehr, weil die Stromversorgung unterbrochen war.

Zum Zeitpunkt der Explosion seien etwa 580 Bergleute unter Tage gewesen, hieß es. Am frühen Abend hatten sich 280 aus der Gefahrenzone gerettet. Es seien 20 Bergleute ins Krankenhaus gebracht worden. Die eingeschlossenen Arbeiter seien mehrere Kilometer vom Ausgang entfernt. Für sie könne die Zeit in dem dichten Rauch womöglich knapp werden, auch wenn sie über Gasmasken verfügen, sagten türkische Experten.

anb/DPA DPA

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