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Großbritannien Falsches Zungenpiercing: Kinder landen wegen TikTok-Trend im Krankenhaus

TikTok-App auf dem Smartphone
Auf TikTok verbreitet sich gerade ein gefährlicher Trend: Jugendliche platzieren Magnetkugeln auf ihrer Zunge als wäre es ein Zungenpiercing
© Andre M. Chang / ZUMA Wire / DPA
Auf TikTok verbreitet sich gerade ein gefährlicher Trend, bei dem Jugendliche gefälschte Zungenpiercings in Form von Magnetkugeln auf der Zunge tragen. Der britische Gesundheitsdienst NHS fordert nun ein Verbot der Kügelchen.

Britischen Medienberichten zufolge verbreitet sich gerade über die Social-Media-Plattform TikTok ein gefährlicher Trend, bei dem Jugendliche gefälschte Zungenpiercings tragen. In den Videos bewegen sie zwei magnetische Metallkugeln, die sie zuvor auf beiden Seiten ihrer Zunge platziert haben, so umher, dass der Eindruck eines Zungenpiercings entsteht. Der britische Gesundheitsdienst NHS warnt davor, diesen Trend nachzuahmen und fordert ein Verkaufsverbot.

Lebensgefahr durch Magnetkugeln

Der NHS mahnt, die Magnetkugeln könnten lebensgefährlich sein, wenn diese versehentlich verschluckt werden. In den vergangenen drei Jahren hätten mindestens 65 Kinder deswegen im Krankenhaus behandelt werden müssen. Zuletzt hätte die Zahl aufgrund des Internettrends zugelegt.

In den britischen Medien hatten zuletzt mehrere Vorfälle für Aufsehen gesorgt. Ein Elfjähriger hatte insgesamt fünf Kügelchen verschluckt und musste in einer mehrstündigen Notoperation gerettet werden. Die Ärzte entfernten ihm dabei mehrere Zentimeter seines Darms. Seine Mutter rief andere Eltern daraufhin zur Vorsicht auf.

Ein Screenshot eines Fotos eines Piercingrings bei Instagram

Auch ein Zwillingspärchen von 18 Monaten verschluckte jüngst mehrere der Kügelchen, die eigentlich den älteren Geschwistern gehörten. Während einer mit vier Magneten noch minimalinvasiv operiert werden konnte, musste sein Bruder sich aufgrund von insgesamt 23 Kugeln ebenfalls einer Notoperation unterziehen. Sie hatten sich in seinem Darm zu einer Schlinge geschlossen.

NHS fordert Verbot

Professor Simon Kenny, Kinderchirurg und klinischer Direktor für Kinder und Jugendliche des NHS, möchte, dass die Magnete verboten werden, da sie die Blutversorgung im Darm unterbrechen und innere Verletzungen herbeiführen könnten. "Ich möchte Eltern dringend bitten, sich der Gefahren bewusst zu sein, die mit Magnetspielzeug verbunden sind, aber letztendlich können wir zukünftige Vorfälle nur verhindern, indem wir den Verkauf dieser Artikel ganz unterbinden", so der Arzt gegenüber BBC.

Quellen:  BBC,"The Guardian"

yak

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