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Idee mit Lernfaktor: In diesem Friseursalon zahlen lesende Kinder weniger

Wenn sich Kinder von Ryan Griffin die Haare schneiden lassen und ihm dabei aus einem Buch vorlesen, bezahlen sie weniger. Für diese Idee erntet der amerikanische Friseur nicht nur von Lehrern viel Beifall.

"Die Eltern lieben es und die Kinder .... nun, die lieben es, zwei Dollar zurückzubekommen", erzählte Ryan Griffin der "Huffington Post". Der Friseur erstattet Kindern, die ihm während des Haareschneidens etwas vorlesen, zwei Dollar des offiziellen Preises zurück. 

Griffin hat für das Projekt in dem Friseursalon The Fuller Cut in Ypsilanti, Missouri, für den er seit 20 Jahren arbeitet, eine mit viel Bedacht ausgewählte Büchersammlung angelegt. Die Kinder können zwischen 75 und 100 ständig wechselnden Titeln wählen, die sich jedoch in einem wichtigen Punkt gleichen: "Alle unsere Bücher zeigen ein positives Bild von Afroamerikanern – egal ob Astronauten, Sportler oder Schriftsteller", erklärte Griffin.

Ryan Griffin während er einem lesenden Jungen die Haare schneidet

Ryan Griffin während er einem lesenden Jungen die Haare schneidet


Er hatte gehört, dass andere Salons in den USA ein solches Vorlese-Angebot haben und war gleich von der Idee überzeugt. Der Vater von drei Kindern brachte ein paar alte Kinderbücher von zu Hause mit und schon ging es los. "Es war nichts Großes. Ich wollte einfach nur Verantwortung übernehmen." Und damit bescherte er seinem Salon eine Menge neuer Kunden. Viele Eltern zeigen sich begeistert von der Idee und auch die Kinder machen gerne mit, bringen sogar ihre Freunde mit – und ihre alten Bücher. 

"Wenn die kleinen Kinder, die noch gar nicht richtig lesen können, sehen, dass die Älteren ein Buch in der Hand haben, dann wollen sie auch eins. Das ist das Wichtigste. Es ist ein Geschenk, wenn die Kinder begreifen, dass es cool ist zu lesen", erklärt Griffin den Kern der Aktion. Außerdem werde das Selbstvertrauen der Kinder gestärkt. Viele würden sich nicht trauen, in der Schule laut vorzulesen. Diese Angst verschwinde durch die Übung fast wie von allein. 

Doch all das reicht dem missionarischen Friseur noch nicht. Er hat ein Langzeitziel: "Wenn wir es hinkriegen, dass die Kinder später als Studenten zurück in den Fuller Cut kommen und sagen, ÄWeil ihr uns hier habt lesen lassen, will ich jetzt Autor oder Journalist werden', dann haben wir es geschafft."

vim
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