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Großbritannien Hightech-Haarschnitt: Amazon eröffnet Friseursalon in London

Ein Friseur schneidet Haare
Zwei Stockwerke, 1.500 Quadratmeter: Im Amazon Salon sollen Technologie und Handwerk vershcmelzen
© Felix Hörhager / dpa
Streaming, Supermärkte, Cloud-Computing – der Online-Gigant hat seine Fühler weit ausgestreckt. Die neueste Ankündigung überrascht dennoch: Amazon eröffnet in London den ersten eigenen Friseursalon.

Kaum zu glauben, dass sich Amazon einst auf den Verkauf von Büchern beschränkt hat. Neben seiner Rolle als weltweit größtes Online-Versandhaus bietet der Konzern Cloud-Computing an, betreibt eine der größten Streaming-Plattformen, verkauft Lebensmittel – und lässt jetzt auch Haare schneiden. In London hat der Internetriese nun die Eröffnung des ersten eigenen Friseursalons bekanntgegeben.

Zwei Etagen, 1.500 Quadratmeter

Amazon spricht von einem "Erlebnisort". In dem Salon im Stadtteil Spitalfields würde den Kunden auf zwei Etagen und mehr als 1.500 Quadratmetern neben professionellem Styling auch moderne Technologie wie etwa virtuelle Spiegel und Unterhaltung geboten.

Für die Haarpflege seien Elena Lavagni und ihr Team von Stylisten verantwortlich. Lavagni, selbst Inhaberin eines Salons in London, sei eine renommierte Stylistin, die sich schon auf der Pariser Modewoche und bei den Filmfestspielen in Cannes einen Namen gemacht habe. "Ich freue mich sehr, Teil dieses Projekts zu sein – der Salon kombiniert klassische Friseurdienstleistungen mit Technologie, um den Kunden ein völlig einzigartiges Erlebnis zu bieten", wird sie im Amazon-Blog "Day One" zitiert.

Großbritannien: Hightech-Haarschnitt: Amazon eröffnet Friseursalon in London

Verschmelzung von Handwerk und Hightech

"Wir haben diesen Salon so konzipiert, dass Kunden kommen und einige der besten Technologien, Haarpflegeprodukte und Stylisten der Branche erleben können", erklärt Amazon-Manager John Boumphrey.

Im Amazon Salon sollen Technologie und Handwerk verschmelzen. Zu den Innovationen gehöre unter anderem ein Augmented-Reality-Spiegel. Kunden sollen so vorab die Möglichkeit haben, virtuell mit verschiedenen Haarfarben und Frisuren zu experimentieren. Auch die Unterhaltung an den "Styling Stationen" soll nicht zu kurz kommen: Den Gästen stünde jederzeit ein Amazon-Tablet mit digitalen Zeitschriften zur Verfügung.

Interessant dürfte auch die " Point-and-Learn-Technologie" sein. Kunden könnten einfach auf ein Beauty-Produkt im Regal zeigen und sofort würden alle Informationen auf einem Display erscheinen. Alle Artikel sollen direkt per QR-Code gescannt und bei Amazon bestellt werden können.

Kritik am Amazon-Salon: "Es geht um menschliche Interaktion"

Amazons neuester Vorstoß stößt allerdings auch auf Kritik. "Es sollte nicht um gesichtslose Technologie gehen – wenn man sich die Haare machen lässt, geht es um menschliche Interaktion", habe eine Londoner Friseurin gegenüber der BBC gesagt. Amazon Salon könne kleineren, unabhängigen Friseuren schaden, die in der Pandemie ohnehin schon gelitten hätten.

Erst vor kurzem hatte das Unternehmen drei kontaktlose "Amazon Fresh"-Shops in der englischen Hauptstadt eröffnet. In diesen Supermärkten scannen Kunden beim Betreten eine Smartphone-App – die Einkäufe werden beim Verlassen automatisch erfasst und bezahlt.  

Noch sei der Salon nur für Mitarbeiter geöffnet. In den kommenden Wochen soll sich hier dann jeder die Haare schneiden lassen können. Amazon UK spricht von einem "Experiment" – Expansionspläne gebe es derzeit keine.

Quellen: Blogeintrag Amazon; BBC; "The Guardian"; CNN

yks

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