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Grossbritannien Britische Friseure sollen verpflichtend auch das Frisieren von Afro-Haaren lernen

Eine Friseurin beim Schneiden von Afro-Haaren
Eine Friseurin beim Schneiden von Afro-Haaren (Symbolbild)
© Koldo Studio / Getty Images
Bisher mussten Kund:innen mit Afro-Haaren meist spezielle Friseursalons besuchen, da ihre Haare anders gestylt und geschnitten werden müssen als die Haare weißer Menschen. Das soll sich nun ändern.

Die meisten Menschen gehen zum Friseur und erwarten, dass dieser weiß, wie mit ihren Haaren umzugehen ist. Egal ob diese rot oder braun sind, wellig oder glatt, dick oder dünn, üppig oder spärlich. Denn all dies haben sie ja schließlich in der Ausbildung gelernt. Wie gut es dann umsetzt wird, ist eine andere Sache – aber theoretisch weiß ein Friseur mit nahezu jeder haarigen Herausforderung umzugehen. Was vielen Kunden nicht bewusst ist: Diese vertraute Gewissheit, in nahezu jedem nächstgelegenen Salon gekonnt frisiert zu werden, ist ein ziemlich sicheres Zeichen dafür, dass man weiß ist.

Denn die Haare vieler schwarzer Menschen funktionieren etwas anders. Sie sind sehr lockig, sehr dicht, dabei aber oft sehr trocken. Afro-Haare zu frisieren erfordert eigene Techniken und Produkte, und von denen haben viele Friseure tatsächlich keine Ahnung. Teil ihrer Ausbildung ist das nämlich nicht zwingend. Wenn Afro-Haare dort überhaupt thematisiert werden, dann oft nur sehr kurz.

Afro-Haare kommen in Friseur-Ausbildung nicht oder kaum vor

Zum Thema wurde dieses Problem vor allem, nachdem viele schwarze Models und Prominente sich in den sozialen Medien darüber beklagt hatten, vor Shootings oder Auftritten von ahnungslosen und überforderten Stylisten schlecht oder gar nicht frisiert worden zu sein, oder dass man sie direkt aufgefordert habe, sich bitte selbst um ihre Frisur zu kümmern. Natürlich, während die Haare aller weißen Kolleg:innen von den Profis gestylt wurden.

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Allerdings ist dies natürlich nicht nur ein Problem von Menschen, die im Rampenlicht stehen. fast jeder von uns muss und will regelmäßig zum Friseur, allerdings sind viele schwarze Menschen gezwungen, spezielle Salons zu besuchen, die sich auf Afro-Haare spezialisiert haben. Und die gibt es nicht an jeder Ecke. In Großbritannien will man diese Ungerechtigkeit jetzt beheben, indem man die Friseurausbildung entsprechend anpasst.

Die neuen Regeln sollen die Beauty-Industrie für alle öffnen

Die neuen Regularien, die im Juni eingeführt wurden, sollen endlich "einen Standard schaffen, sodass die Bedürfnisse der diversen Bevölkerung Großbritanniens erfüllt werden können", heißt es von der Friseurinnung. In einem nächsten Schritt sollen Salons dafür belohnt werden, wenn sie ihre Mitarbeiter im Nachhinein fortbilden lassen, damit auch langjährige Friseure sicherer im Umgang mit Afro-Haaren werden.

Helena Grzesk, Vorsitzende des "British Beauty Council", begrüßt diese Neuerungen ausdrücklich. "Die Beauty-Industrie kann und sollte absolut inklusiv sein", sagt sie. "Bisher allerdings haben zehntausende Friseure keine Qualifikation, Afro-Haare zu stylen oder zu schneiden. Unser Ziel ist jetzt, die Stimmen der verschiedensten Gruppen, die unsere Kunden sind, zu verstärken und zu würdigen. Sicherzustellen, dass jeder von uns sich gesehen, gehört und wertgeschätzt fühlt. Für jeden soll der Kontakt mit der Beauty-Industrie etwas Schönes sein."

Quelle:  "Metro UK"

wt

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