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"Unglücklich und missverständlich" Nach Warnung vor Sex mit Flüchtlingen: Lehrerverband entschuldigt sich

Im Vorwort einer Zeitschrift für Lehrer in Sachsen-Anhalt wurden manche Flüchtlinge als kriminell und hormongesteuert dargestellt. Nach großer öffentlicher Empörung drücken die Verantwortlichen jetzt ihr Bedauern aus.

Nach Kritik an seinen Äußerungen über Muslime hat sich der Vorsitzende des Philologenverbandes Sachsen-Anhalt entschuldigt. Er habe niemals die Absicht gehabt, "Menschen anderer Religionen, Nationen und Kulturen zu diffamieren, Ängste zu schüren, nationalistische Klischees zu bedienen oder zu pauschalisieren", erklärt Verbandschef Jürgen Mannke auf der Webseite des Landesverbandes. "Die Wortwahl einiger Passagen sehe ich im Nachhinein als unglücklich und missverständlich gewählt." Dafür wolle er sich entschuldigen.

Hintergrund ist ein von Mannke unterzeichneter Artikel in der aktuellen Verbandszeitschrift, in dem deutsche Mädchen vor Sex mit muslimischen Männern gewarnt werden. Diese kämen "nicht immer mit den ehrlichsten Absichten", heißt es in dem Text. Dabei wird auf Berichte "in Gesprächen mit Bekannten" über eine Zunahme sexueller Belästigungen verwiesen. In dem Verband organisierte Lehrer werden weiter aufgefordert, Mädchen vor einem "oberflächlichen sexuellen Abenteuer" mit muslimischen Männern zu warnen. Grundsätzlich bekennt sich Mannke aber zur Aufnahme von Flüchtlingen.

Auch die stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes, Iris Seltmann-Kuke, die den Artikel mit unterzeichnet hatte, drückt ihr Bedauern aus. Zugleich verwahrt sie sich gegen den Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit. "Den bei einigen entstandene Eindruck des Artikels, es könne sich um einen Aufruf zu Fremdenhass oder Hetze gegen Flüchtlinge handeln, weise ich entschieden zurück und ich möchte mich ausdrücklich von fremdenfeindlichen Äußerungen distanzieren", erklärt sie auf der Webseite. 

"Gerüchte verstärkt und Halbwahrheiten verbreitet"

Zuvor hatte sich der Deutsche Philologenverband von den umstrittenen Aussagen in dem Artikel distanziert. Diese seien "nicht berechtigt und nicht akzeptabel", sagte der Bundesvorsitzende Heinz-Peter Meidinger der "Mitteldeutschen Zeitung". Auch Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) hatte Mannke und Seltmann-Kuke vorgeworfen, sie würden "Gerüchte verstärken" und "Halbwahrheiten verbreiten".

tim AFP

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