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Sie bloggte über ihren Hirntumor: Anna Swabey - trauriger Tod einen Tag vor der geplanten Hochzeit

Im Netz führte Anna Swabey ein Tagebuch über ihr Leben mit dem Krebs. Ihre Verlobung feierte sie noch ausgelassen, den Hochzeitstag erlebte sie nicht mehr. Über den bemerkenswerten Umgang mit einer schrecklichen Krankheit.

"Hi, ich bin Anna Louise Swabey, ich bin 23 Jahre alt und bei mir wurde kürzlich ein Hirntumor diagnostiziert." So beginnt der erste Eintrag von Annas Blog "Inside my Head" vom 27. Februar 2015. Die Ärzte gäben ihr noch irgendetwas zwischen ein paar Monaten und drei Jahren, schreibt die junge Britin.

Mit ihrem Blog wolle sie vier Dinge erreichen. Erstens hoffe sie, dass "das Ausdrücken meiner Gedanken und Gefühle in dieser schwierigen Zeit für mich eine gute Bewältigungsstrategie ist". Zweitens wolle sie anderen, die ähnliches durchmachen, zeigen, dass sie nicht allein sind. Drittens sei es ihr ein Anliegen, Aufmerksamkeit für Gehirntumore insgesamt zu erzeugen, damit mehr Mittel für die Erforschung der Krankheit bereitgestellt würden. Und schließlich wolle sie selbst so viel Geld wie möglich für die wohltätige Hirntumorforschung eintreiben, damit andere "diese Reise" erst gar nicht erleben müssen.

"Die Liebe meines Lebens"

Die "Hirntumor-Reise" wie sich die Bloggerin selbst ausdrückt, ist für Anna Swabey am Freitag zu Ende gegangen. Die 25-Jährige starb einen Tag vor der geplanten Traumhochzeit mit ihrem Freund Andrew Bell. Die beiden hatten sich 2015 über die Dating-App Tinder kennengelernt. Schon beim ersten Treffen erzählte Anna von ihrer unheilbaren Krankheit. Doch Andrew ließ sich nicht abschrecken. 

Anna Swabey

Diese Bilder postete Anna Swabey nach ihrer Verlobung mit Andrew

Die beiden wurden ein Paar und am 5. Dezember 2015 fragte Andrew, ob Anna seine Frau werden wollte. "Natürlich sagte ich Ja", schreibt Anna in einem emotionalen Blogeintrag drei Tage nach dem Antrag. "Als die dunkelsten Tage meines Lebens sich über mich senkten, kam Andrew und brachte den hellsten Sonnenschein", schreibt Anna. "Ich wüsste nicht, wo ich ohne ihn mental im Kampf gegen meine Krankheit sehen würde", schreibt sie. Andrew unterstütze sie bedingungslos und trotzdem sei sie für ihn nicht "Anna mit dem Hirntumor", sondern einfach Anna. "Er ist mein bester Freund und die Liebe meines Lebens und unsere Beziehung macht so viel Spaß!"

Über ihre Webseite hält Anna nicht nur ihre Leser auf dem Neuesten, sondern wirbt auch weiter fleißig um Spenden. Etwa 65.000 Pfund kommen auf ihre Initiative hin zusammen. Leider gibt es nicht nur gute Neuigkeiten. Während die Hochzeit immer näher rückt, schreitet die Krankheit trotz zahlreicher Chemotherapien voran.


Am 8. Juli wendet sich Anna letztmals mit einem Videoblog an ihre Leser. Sie berichtet von der wilden Junggesellinenparty, die ihre Schwester für sie organisiert hat, aber auch von den Anstrengungen der Chemotherapie und der Angst vor den Ergebnissen des nächsten Scans.

Der letzte Eintrag in ihrem Blog stammt von Annas älterer Schwester Victoria vom 10. September. Die Untersuchungsergebnisse seien leider nicht gut ausgefallen. Der Tumor breite sich aus und Annas Verfassung habe sich dramatisch verschlechtert. Die Familie verbringe viel Zeit zusammen und Anna schlafe viel. Es zeichnet sich ab, dass die große Hochzeitsfeier nicht mehr stattfinden wird.

Am Morgen des 16. September, einen Tag vor der geplanten Hochzeit, schläft Anna Swabey friedlich ein. Am darauffolgenden Tag kommen Familie und Freunde in den Räumlichkeiten zusammen, die sie für die Hochzeitsfeier angemietet hatten, um sich gegenseitig Trost zu spenden. 

In ihrem ersten Blogeintrag hatte Anna Swabey geschrieben, sie wolle ihrer Diagnose die Stirn bieten. Sie wolle heiraten, Kinder kriegen und alt werden. "Ich will einen Unterschied machen in dieser Welt und Spuren hinterlassen." Letzteres hat sie definitiv geschafft.

Hier geht es zu Anna Swabeys Blog

Anna Swabeys Spendeninitiative

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