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Mütter als Security beim Fußball: Beim Anblick von Mama wird der härteste Hooligan brav

Wenn Männer beim Fußball ausrasten, kann nur eine helfen: Mutti. In Brasilien entstand deshalb die Idee, Mütter von Hooligans als Ordner an den Spielfeldrand zu stellen. Erfolgreich!

Können weibliche Ordner für mehr Disziplin unter den Zuschauern sorgen? In Brasilien ging der Einsatz von Mamas gegen Hooligans auf.

Können weibliche Ordner für mehr Disziplin unter den Zuschauern sorgen? In Brasilien ging der Einsatz von Mamas gegen Hooligans auf.

Sie können fußballbegeisterten Fans jedes Spiel versauen: Hooligans. Das Auffahren eines großen Polizeiaufgebots hilft gegen sie ebenso wenig wie verschärfte Sicherheitskontrollen. Um ihnen dennoch etwas entgegenzusetzen, kam die brasilianische Niederlassung des Werbegiganten Ogilvy auf eine Idee, die so einfach wie genial ist: Sie holte die Mütter der gewaltbereiten Ausraster auf den Platz.

Wie Alex Raack bei "11 Freunde" schreibt, wurden die Mamas zum ersten Mal bei einem Spiel mit hohem Sicherheitsrisiko eingesetzt, als Sport Club de Recife gegen Nautico Capibaribe antrat. Handverlesen wurden genau die 30 Damen dafür ausgesucht, deren Söhne als die schlimmsten Krawallbrüder bekannt waren. Sie erhielten eine Ausbildung als Security, wurden für ihren ungezogenen Nachwuchs gut sichtbar am Spielfeldrand aufgestellt und trugen Oberteile mit der Aufschrift "Sicherheits-Mutter".

Friede, Freude, Eierkuchen beim Spiel Sport Club de Recife gegen Nautico Capibaribe. Ein Novum!

Friede, Freude, Eierkuchen beim Spiel Sport Club de Recife gegen Nautico Capibaribe. Ein Novum!

Der Plan ging auf! Zum ersten Mal seit vielen Jahren habe es bei der Begegnung dieser beiden Klubs keine Festnahmen, keine Verletzten, keine Vorfälle gegeben. Die Zöglinge blieben 90 Minuten lang artig. "11Freunde" zitiert Aricio Fortes, den Vize-Präsidenten von Ogilvy, nach dem Spiel mit einer simplen Erklärung dafür. Mit stolz geschwellter Brust habe er gesagt: "Niemand will sich doch vor seiner eigenen Mutter prügeln!"

Den Sohn fest im Blick: Mütter sorgen für einen gewaltfreien Ablauf

Den Sohn fest im Blick: Mütter sorgen für einen gewaltfreien Ablauf

Gibt's das bald auch hier?

Das Projekt hat inzwischen einen Namen: MageHo, Mamas gegen Hooligans. Ob es sich jedoch für eine Übertragung auf deutsche Verhältnisse eignet, etwa wenn Schalke gegen Dortmund antritt, ist noch unklar. In den südamerikanischen Ländern genießen Mütter in der Regel eine andere Art von Respekt als in Nordeuropa. So könnte es also durchaus sein, dass deutsche Mamas weniger erfolgreich bei der Eindämmung von Gewalt unter Fußballfans wären. Ein Testspiel würde sich aber allemal lohnen.

bal
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