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Eigene Ernte: Hochbeet clever bepflanzen – so wird es zum Paradies für Kräuter und Gemüse

Hochbeete sind die Wunderwaffen jedes Kleingärtners. Beinahe alle gängigen Gemüsesorten fühlen sich darin pudelwohl. Wie die beliebten Beete richtig angelegt und clever bepflanzt werden, lesen Sie hier. 

Hochbeet bepflanzen: Frau setzt einen Topf mit Basilikum in ein Hochbeet

Hochbeete sind in. Und das hat gute Gründe. Sie sind nicht nur der perfekte Platz für fast jedes Gemüse. Die Arbeit daran und darin schont auch den Rücken des Gärtners.

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Hochbeete, das kann man durchaus so sagen, sind die eierlegende Wollmilchsau des Kleingärtners. Nicht umsonst schossen die kleinen Kraftwerke aus Holz oder Stein in den vergangenen Jahren wie Pilze aus den Böden vieler Schrebergärten. Hochbeete heben den privaten Anbau von Obst, Gemüse und Kräutern im wahrsten Wortsinn auf ein neues Level. Und das Beste daran: Hobbybauern müssen sich beim Pflanzen, Unkraut absammelt und ernten den Buckel nicht mehr krumm machen.

Welche Vorzüge ein richtig angelegtes und bepflanztes Hochbeet noch hat und welches Gemüse sich auf engstem Raum am besten miteinander verträgt, lesen Sie hier.

Schichtarbeit: Hochbeet clever befüllen

Das schönste Hochbeet ist nutzlos, wenn es falsch befüllt wird. Statt planlos hochwertige und vor allem teure Blumenerde ins Beet zu kippen, sollte man das Hochbeet mit System und Köpfchen befüllen. Und zwar von grob eher nährstoffarm (ganz unten) nach fein und eher nährstoffreich (oben). Los geht's mit kleinen Ästen, Zweigen und Laub, die mit etwas Erde bedeckt werden. Es folgt eine zehn Zentimeter dicke Schicht aus nicht verrottetem Kompost und anderem Häckselgut. Diese wird mit etwas reifer Komposterde bedeckt. Auf eine weitere Schicht aus fertigem, aber ungesiebtem Kompost folgen etwa 20 Zentimeter reife Komposterde bevor das Hochbeet mit etwa 15 Zentimetern hochwertiger Gartenerde abgedeckt wird.

Tipp: Die beiden untersten Schichten sollten beim Befüllen gut verdichtet werden. Beim Verrotten kann das Beet sonst schnell in sich zusammensacken und die Heizwirkung ist dahin.

Vor allem für Wärme liebende Gemüsesorten ist das Hochbeet ein Paradies. Dazu gehören neben Paprika und Tomaten auch Zucchini. Um die nährstoffreiche Erde des frisch angelegten Beets optimal zu nutzen, sollten in den ersten beiden Jahren vorwiegend sogenannte Starkzehrer ins Hochbeet gesetzt werden. Salat und Spinat, die mit weniger Nährstoffen auskommen, fühlen sich in der luftigen Höhe auch später noch wohl. Tomaten, Kohl, Lauch, Gurken, Zucchini oder Sellerie brauchen viele Nährstoffe und gehören im ersten Hochbeetjahr in die Erde. Grundsätzlich gibt es kaum Pflanzen, die nicht für das Hochbeet geeignet sind. Beliebt sind neben den recht pflegeleichten Radieschen und Karotten auch Bohnen, Rettich, Erbsen und Zwiebeln. Womit man automatisch beim Stichwort Mischkultur landet. Denn in Kombination mit Kräutern und Blumen ist das Hochbeet ein Garant für gesunde Pflanzen und damit auch eine gute Ernte.

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Tipp: Hochbeete können und sollten dichter bepflanzt werden als andere Gemüsebeete. So bietet sich an den Wänden zum Beispiel Platz für Rankpflanzen, die durch die Höhe vor Schädlingen geschützt sind.

Auf gute Nachbarschaft: Was sich im Hochbeet verträgt

Auch Kräuter eignen sich glänzend für Hochbeete. Vor allem, weil ihnen nachgesagt wird, dass sie lästiges Kleingetier vom Gemüse fernhalten. So soll Kerbel für Ameisen, Schnecken, Läusen und Mehltau ein rotes Tuch sein. Auch Basilikum schützt vor den gefährlichen Mehltaupilzen. Deshalb pflegt das Kraut eine gute Nachbarschaft mit Gurken und Zucchini. Gemeinsam gegen Erdflöhe verbünden sich Spinat und Kopfsalat. Pflanzt man Tomaten zwischen Kohlarten macht der Kohlweißling einen großen Bogen darum. Die vor allem bei Schnecken beliebten Erdbeeren kann man schützen, indem man ihnen etwas Petersilie zur Seite stellt. Denn die mögen die gefräßigen Weichtiere überhaupt nicht.

Hochbeet bepflanzen: Was darf wann an die frische Luft?

Da ein richtig befülltes Hochbeet als eine Art natürliche Heizung funktioniert, fühlen sich klassische Frühlingspflanzen wie Rettich, Pflücksalate, Radieschen oder Rucola schon im März und April darin wohl. Etwas kältere Nächte machen ihnen nichts aus. Frühlingszwiebeln, Lauch und Zwiebeln mögen es etwas wärmer. Ende April kann man das Trio aber bedenkenlos ins Hochbeet pflanzen. Vorsicht ist bei Tomaten, Paprika, Gurken und Zucchini geboten. Denen bekommt kühle Luft gar nicht gut. Und weil die Eisheiligen häufig erst Mitte Mai ihr Unwesen treiben, sollte man die vorgezogenen Pflänzchen erst in der dritten Maiwoche von der Fensterbank an die frische Luft lassen. Wer Blumenkohl und Brokkoli aus dem eigenen Garten essen möchte, sollte am besten die warmen Sommermonate abwarten.

Pflanzen, pflegen, ernten – und den Rücken schonen

Hochbeete sind nicht nur ein Garant für leckeres Gartengemüse. Sie schonen auch den häufig stark beanspruchten Rücken der Gärtner. Sowohl beim Bepflanzen als auch bei der Pflege und der Ernte fällt das Bücken flach. Allein deshalb lohnt es sich, zumindest eins davon im Garten zu bewirtschaften. 

Quellen: plantopedia.de; ndr.de; bauratgeber-deutschland.de; mein-schoener-garten.de

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