HOME

Verführerischer Duft: Lavendel pflanzen und pflegen: Wie man jetzt den Sommer in den Garten lockt

In der Provence taucht er jedes Jahr im Sommer riesige Felder in kräftiges violett. Und auch in Deutschland steht der Lavendel mittlerweile hoch im Kurs. Der stern erklärt, wie man ihn auf dem Balkon und im Garten richtig pflanzt und pflegt.

Lavendel pflanzen und pflegen: Violett blühender Lavendel auf einer Wiese

Die violetten Blütenstände des Lavendels sind nicht nur faszinierend anzuschauen – sie verströmen auch einen angenehmen Duft. 

Picture Alliance

Im Volksmund gelten die Farbtöne Lila und Violett als "der letzte Versuch". Doch das passt so gar nicht zum Charakter vieler Blumen und Heilpflanzen, die mit ihren violetten Blüten im Frühling und Sommer viele Millionen Menschen erfreuen. Eine der beliebtesten violett blühenden Pflanzen ist der vor allem aus dem Süden Frankreichs bekannte Lavendel. Jedes Jahr taucht der Lavendel riesige Felder in ein faszinierendes Meer aus violett-blauen Tönen und verströmt zudem einen angenehmen und verführerischen Duft. Auch in deutschen Gärten und auf Balkonen trifft man Lavendel in unterschiedlichen Formen mittlerweile immer öfter an.

Der stern erklärt, wie man die Heilpflanze im Garten oder auf dem Balkon richtig pflanzt und pflegt.

Lavendel pflanzen: Tipps für Garten und Balkon

Wie Tomaten, Paprika und andere heimische Gemüsesorten lässt sich auch der Lavendel mit etwas Fingerspitzengefühl über Samen vermehren. Die beliebtesten Sorten sind der winterharte "Echte Lavendel" – auch als "Wilder Lavendel" bekannt – für Schrebergärten und der Schopflavendel, der sich vor allem als Kübelvariante für den Balkon oder die Terrasse eignet. Prinzipiell können Lavendelsamen ab Februar/März in Schalen auf der Fensterbank angesät werden. Wichtig zu wissen: Die Samen des Lavendels gelten als eher störrische Keimer. Deshalb sollten sie vor der Aussaat einer ein bis zwei Wochen langen Kälteperiode ausgesetzt werden. Das sogenannte Stratifizieren erhöht die Chancen auf einen Keimerfolg beträchtlich. Dazu füllt man einige Samen mit etwas feuchtem Sand in einen Gefrierbeutel und packt die Mischung ins Gemüsefach. Nach etwa zehn Tagen kommt der Sand samt Samen in ein mit Anzuchterde gefülltes Pflanztöpfchen.

Wichtig: Lavendel gehört zu den Lichtkeimern. Die leichten und empfindlichen Samen sollten also nur etwas angedrückt, nicht aber mit Erde bedeckt werden. Dazu benötigen sie einen möglichst hellen und sonnigen Standort.

Störrischer Samen: Keimt er oder keimt er nicht?

Beim Gießen sollte vor allem an den ersten Tagen darauf geachtet werden, dass die Samen nicht weggeschwemmt werden. Um die Erde gleichmäßig und permanent feucht zu halten, eignet sich am besten eine Sprühflasche. Sobald die ersten kleinen Blätter zu sehen sind, ist der Lavendel nicht mehr ganz so durstig und mag es lieber trockener. So kennt es der mediterrane Halbstrauch aus seiner Heimat, der Provence. Lavendel keimt bei einer Temperatur von etwa 20 Grad Celsius in der Regel nach ein bis zwei Wochen. Manchmal braucht man aber auch deutlich mehr Geduld.

Sobald sich nach den Keimblättern die ersten jungen Lavendelblättchen zeigen, sollten die Sämlinge vereinzelt werden. Tipp: Wurzelenden mit einer Nagelschere leicht einkürzen, damit sie sich besser verzweigen.


Lavendel pflanzen: Das Wichtigste in Kürze

  • Samen können ab Februar/März ausgesät werden
  • Samen stratifizieren, um die Keimungschance zu verbessern 
  • Lavendelsamen im Topf nur leicht andrücken, nicht bedecken
  • Boden mit Sprühflasche permanent feucht halten
  • Sämlinge vereinzeln und ab Mitte Mai ins Freie setzen

 Ab ins Freie: Worauf es dabei wirklich ankommt

Ähnlich wie beim Aussetzen ins Freie sollte auch beim Einpflanzen der Sämlinge in Kübel der letzte Frost des Jahres abgewartet werden. Den bringen in der Regel die Eisheiligen Mitte Mai nach Deutschland. In diesem Jahr haben sie sich zwischen dem 11. und 15. Mai angekündigt. Hier muss vor allem der Wasserabzug gewährleistet sein. Staunässe mag Lavendel überhaupt nicht. Um den Ablauf sicherzustellen, kann eine Tonscherbe insAbflussloch des Pflanzgefäßes geklemmt werden. So wird verhindert, dass die Erde das Loch verstopft. Zudem sollte auf dem Boden des Kübels mit etwas Kies eine Art Drainageschicht angelegt werden.

Wichtig: Sowohl im Kübel als auch im Freien muss der Lavendel nach dem Einpflanzen gut angegossen werden. In den ersten Tagen und Wochen sollte das Substrat immer feucht gehalten werden.

Spinne im Netz

Lavendel liebt die Sonne. Deshalb sollte für den mediterranen Halbstrauch ein vollsonniger Standort ausgesucht werden. Da er zudem sensibel auf kalten Wind und Zugluft reagiert, ist eine windgeschützte Stelle ideal. Bedacht werden sollte zudem, dass viele der sonnenhungrigen Lavendelsorten bis zu einem Meter in die Höhe wachsen. Ansonsten ist die Pflanze ausgesprochen genügsam und kommt auch mal längere Zeit ohne Wasser aus, wobei Lavendel im Kübel nicht allzu lange auf dem Trockenen sitzen sollte.

Und der blauviolette Tausendsassa hat noch einen weiteren Vorteil. Er ist robust gegen Krankheiten und Schädlinge. Man sagt ihm sogar nach, dass er Blattläuse von den umliegenden Pflanzen fernhält.

Lavendel über Stecklinge vermehren

Durch herumfliegende Samen vermehrt sich Lavendel in der Regel selbstständig und nicht immer zur Freude der Schrebergärtner. Wer den Standort selbst bestimmen möchte, kann den Lavendel als Alternative zur Aussaat auch über Stecklinge vermehren. Das ist denkbar einfach – dauert allerdings auch ein Weilchen. Denn dazu wird im Frühsommer schlicht ein einzelner Lavendelzweig in die Erde gesetzt. Erst nach ein bis zwei Jahren sind die Wurzeln kräftig genug, um die Pflanze an den gewünschten Platz im Garten umzusetzen.

Quellen: mein-schoener-garten.de; garten-freunde.com; "Gartenjournal"

Wissenscommunity