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US-Bundesstaat Massachusetts: Als seine Mutter stirbt: Lehrerin nimmt Schüler mit Downsyndrom auf

Sie hatte es der Todkranken versprochen: Eine Lehrerin im US-Bundesstaat Massachusetts hat einen Schüler mit Trisomie 21 in ihre Familie aufgenommen, nachdem dessen Mutter an Krebs starb.

Als Jean Manning in der vergangenen Woche ihren Kampf gegen den Krebs verlor, starb sie in der Gewissheit, dass ihr Sohn Jake, der mit dem Downsyndrom lebt, auch nach ihrem Tod liebevoll umsorgt sein wird. Zu verdanken hatte sie diese Zuversicht der Sonderschullehrerin Kerry Bremer.

Bremer hatte Jake vor vier Jahren zum ersten Mal getroffen. Der Junge kam nach einem Umzug als neuer Schüler in ihre Klasse in Concord, im US-Bundesstaat Massachusetts, und es entstand sofort eine Verbindung zwischen den beiden, wie mehrere US-Medien berichten. "Er ist einfach so liebenswert", zitiert die Nachrichtenseite "Boston 25 News" die 52-Jährige. "Er liebt jeden, und er ist so klug und lustig. Er ist sehr lustig."

Menschen mit einem Downsyndrom haben in jeder Zelle ein Chromosom mehr. Das Chromosom 21 ist dreifach vorhanden, daher die Bezeichnung Trisomie 21. Die Folgen sind körperliche Auffälligkeiten und eine verlangsamte motorische, geistige und sprachliche Entwicklung. Die Ausprägungen sind aber sehr unterschiedlich.

"Du kannst nicht anders, als ihn zu lieben"

Jake sei oft durch den Raum gesprungen und habe so getan, als wäre er Batman, schildert Bremer ihre ersten Eindrücke des mittlerweile 14-Jährigen. Er sei voller Energie gewesen. "Und dann, in der nächsten Minute, war er der süßeste kleine Kerl, der dir direkt in die Augen sah und dir sagte, dass er dich lieb hat. Du kannst nicht anders, als ihn zu lieben."

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Aber Jake war Bremer nicht nur wegen seiner besonderen Persönlichkeit aufgefallen, sondern auch durch seine einzigartigen Lebensumstände. Jakes Mutter Jean war dem Sender CNN zufolge unheilbar an Krebs erkrankt, der bereits Metastasen in ihrem Gehirn gebildet hatte. Außerdem war sie alleinerziehend und ihre Familie nicht in der Lage, die Verantwortung für Jake zu übernehmen. Also habe Bremer mit ihrem Mann Dave und ihren eigenen drei Kindern gesprochen und sie hätten sich entschlossen, Jane Manning Hilfe anzubieten.

"Ich rief sie an und sagte: 'Es könnte sein, dass ich hier wirklich Grenzen überschreite, aber ich möchte Sie nur wissen lassen, dass meine Familie und ich bereit wären, die Vormundschaft für Jake zu übernehmen, wenn Sie einen Back-up-Plan brauchen sollten'", zitiert CNN Bremer. Manning habe zugestimmt und gesagt: "Ich werde heute Nacht so gut schlafen wie seit sehr langer Zeit nicht." Ihre größte Sorge sei gewesen, was mit ihrem Sohn geschieht, wenn sie stirbt.

Jean Manning schläft friedlich ein

Am 13. November kam dieser Tag. Jane Manning brachte Jake am Morgen zum Schulbus. Doch als der Junge am Nachmittag zurückkehrte, erschien sie nicht, um ihn abzuholen. Manning hatte sich nach einer Chemotherapie-Behandlung hingelegt, um ein wenig zu schlafen, und sei einfach nicht wieder aufgewacht, berichtet der Sender WTAP. "Meine Mutter ist in den Himmel gekommen", sagt Jake über den Tod seiner Mutter. "Sie ist immer in meinem Herzen. Sie liebt mich so sehr."

Jake hatte seit ihrem ersten Treffen vor vier Jahren viel Zeit mit Bremer und ihrer Familie verbracht. Sie hatten an Wochenenden und Feiertagen gemeinsam etwas unternommen, er übernachtete häufig dort und Bremers eigene Kinder, die 21 Jahre alte Kristen, Jonathan, 19, und die 16-Jährige Kaitlyn wurden wie Geschwister für ihn. So war es ein den Umständen entsprechend sanfter Übergang, als Jake in der vergangenen Woche für immer bei den Bremers einzog.

Schon seit Mai dieses Jahres haben Kerry Bremer und ihr Mann Dave die Vormundschaft für Jake. Und Kerry Bremer versichert laut CNN, dass sie ihn ohne auch nur eine Sekunde zu zögern adoptieren werde, wenn das das Beste für ihn sei.

Den Wirbel um die Aufnahme des Jungen in ihre Familie kann die Lehrerin nicht so recht verstehen: "Es fühlt sich seltsam an, diese Aufmerksamkeit zu bekommen", erzählt sie der Nachrichtenseite "Today". "Wir haben nie zweimal darüber nachgedacht. Sie liebe Jake so sehr, sagt Bremer. "Er hat mehr für uns getan, als wir je für ihn tun könnten."

Quellen: "Boston 25 News"CNNWTAP"Today"

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