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MÜNSTER: Langfinger haben keine Chance

Neue Sicherungsanlage für die Buchschätze

Neue Sicherungsanlage für die Buchschätze

Es gibt kaum etwas, was der kleptomanische Bibliotheksbesucher verschmäht. Selbst Bildbände über das klassische Altertum verschwinden auf Nimmerwiedersehen. Eine Diebstahlserie vor zwei Jahren war der Anstoß für die Universitätsverwaltung, die Buchschätze der Universitäts- und Landesbibliothek Münster mittels eines Buchsicherheitssystems zu schützen. Nun stellt eine Antennenanlage automatisch fest, ob ein unverbuchtes Buch aus dem Gebäude gerät. Sowohl die unbeabsichtigte Mitnahme als auch der vorsätzliche Bücherklau werden somit verhindert.

Diebstahl ist selten, aber immer ärgerlich

Im Untergeschoss der Unibibliothek findet der »Bücherwurm« enge Gänge, Sauerstoffmangel, kryptische Signaturen auf abgegriffenen Buchrücken. Nur der wahre Bibliomane vermag sich diesen Bedingungen länger als unbedingt notwendig auszusetzen. Buchdeckel an Buchdeckel geschmiegt fristen hier Tausende Bücher ein weitgehend ungestörtes Dasein.

Und wer ein Buch nicht findet, obwohl der elektronische Katalog es als »ausleihbar« vermerkt hat, muss nicht sofort an Diebstahl denken. Nur 0,03 Prozent des Bestandes werden unwiederbringlich »mitgenommen«. Der finanzielle Aufwand der Neuanschaffung und die Einarbeitung vermisster Bücher, so lässt die Universität verlauten, rechtfertige nämlich die neue Sicherungsanlage.

Die Benutzungsordnung kennt kein Erbarmen

Insbesondere juristische Kommentare, theologische und militärgeschichtliche Werke fallen immer wieder Langfingern zum Opfer. Wer sich allerdings von Buchtiteln wie »Jeder nimmt sich, was er kann« oder »Täter mit gutem Gewissen« inspirieren lässt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass das Lesevergnügen ein jähes Ende finden könnte. Bei schwerwiegenden Verstößen gegen die Richtlinien der Hochschulbibliothek kennt man nämlich kein Erbarmen und schließt den kriminellen Bücherwurm von der weiteren Benutzung aus. (dg)

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