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MÜNSTER: Schöne neue Welt?

Münsteraner Studenten verabschieden sich vom Campus

Münsteraner Studenten verabschieden sich vom Campus

Zweihundert diplomierte Kaufleute verlassen Münster. Sie haben es geschafft: Das Examen in der Tasche und die Abschiedstränen in den Augen. Der Start in ein neues Leben.

Angstschweiß benetzt noch Hände und Stirn der frisch gebackenen Diplomanden. Erleichterte Gesichter werden auf wackeligen Beinen den Treppenabsatz herunter getragen. Die Klausurdurchschnitte können sich sehen lassen, doch die Freude bei der Notenbekanntgabe der letzten Examensergebnisse hält sich in Grenzen. Etwas drückt die Stimmung. Wie nach jeder Klausur versammelt sich der Examensjahrgang 2001 in Münster vor dem Prüfungsamt, um die letzten Ergebnisse ihrer Studienlaufbahn auszutauschen. Die Sektflaschen in den Händen, bereit endlich den Stress des vergangenen Jahres wegzuspülen.

Sie haben es geschafftWas kommt jetzt?

Die Freude über den Erfolg wird von einem Schleier der Ungewissheit überschattet. Seit Wochen werden die Jobmärkte nach attraktiven Angeboten durchforstet. Beängstigend ist die immer weiter schrumpfende Auswahl. Die Medien berichten über Rezession und die Arbeitslosenzahlen werden fortlaufend nach oben korrigiert. Aber das ist jetzt erst mal egal, jetzt wird gefeiert, der Freund und Leidensgenosse umarmt.

Wo wir wohl alle mal landen?

»Endlich wieder etwas anderes kennen lernen als Münster!« Dabei war es doch eigentlich sehr schön in dem kleinen westfälischen Kaff. Fünf Jahre ist eben doch eine lange Zeit. Lang genug, um sich daran zu gewöhnen. Keiner sagt ein Ton, aber jeder ahnt die Gedanken des anderen. Ahnt die Unsicherheit, die irgendwie den Ernst des Lebens ankündigt. Schöne neue Welt? (ck)

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