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Planung und Anleitung: In acht Schritten zu Ihrer Patientenverfügung

Eine vernünftige Patientenverfügung sollte man nicht im Hoppla-Hopp-Verfahren errichten. Sie bedarf einer gründlichen Planung. Wir erklären, worauf Sie dabei achten müssen.

Von Bernhard F. Klinger

Recht auf Selbstbestimmung: Mit einer Patientenverfügung entscheiden Sie selbst, welche Maßnahmen im Ernstfall ergriffen werden dürfen.

Recht auf Selbstbestimmung: Mit einer Patientenverfügung entscheiden Sie selbst, welche Maßnahmen im Ernstfall ergriffen werden dürfen.

Eine Patientenverfügung dient dazu, das Recht auf Selbstbestimmung auch dann wahrzunehmen, wenn man sich in Folge eines Unfalls oder einer schweren Erkrankung nicht mehr selbst äußern kann. Sie macht - im Idealfall mit juristisch nicht angreifbaren Formulierungen - klar, welche Diagnosen und Therapien ein Patient wünscht oder akzeptiert und welche nicht.

Eine vernünftige Patientenverfügung können Sie nicht im Hoppla-Hopp-Verfahren errichten. Auch das "Abkupfern" eines Musters empfiehlt sich nicht. Vordrucke, die in unterschiedlicher Form und Ausgestaltung erhältlich sind, geben teilweise falsche oder überholte Inhalte vor. Eine Patientenverfügung bedarf einer gründlichen Planung in folgenden Schritten.

1. Information

Im Internet können Sie sich unter "Lebenserhaltung", "Abbruch lebenserhaltender Maßnahmen", "passive Sterbehilfe", "BGB § 1901a", "Patientenverfügung", "Demenz", "Alzheimer", "Wachkoma", "Gehirnverletzung" und vielen anderen Suchwörtern informieren. Aus Büchern, Zeitschriften und Broschüren können Sie ebenfalls wichtige Informationen zu Krankheiten und Behandlungen entnehmen.

2. Beratung

Zusätzlich sollten Sie sich mit Ihrem Hausarzt über diese Thematik unterhalten, da er Ihnen medizinische Fachbegriffe erläutern kann. Ethische Fragen können Sie mit Gesprächspartnern aus Ihrer Glaubensgemeinschaft oder wertorientierten Institutionen und Organisationen erörtern.

3. Die eigene Willensbildung

Ob mündige Bürgerin oder mündiger Bürger - Sie werden sich auf Basis Ihrer Informationen und Ihrer eigenen Wertvorstellungen darüber klar werden, was Sie wollen und was Sie ablehnen. Möglicherweise lehnen Sie - wie viele andere Menschen - künstliche Ernährung und andere Maßnahmen ab, die bei aussichtsloser Besserung nicht nur die Lebens-, sondern auch die Leidenszeit verlängern. Entscheidungen in solchen Fragen sind eine sehr private Angelegenheit.

4. Entwurf eines Textes

Sind Sie sich im Klaren, was Sie wollen, können Sie einen Entwurf Ihrer Patientenverfügung erstellen oder Textpassagen sammeln.

5. Abfassung

Anschließend erfolgt die endgültige Abfassung des Textes. Die Schriftform ist mittlerweile zwingend im Gesetz vorgeschrieben. Sie sollten einen Fachanwalt für Erbrecht mit der Texterstellung beauftragen oder dort Ihren eigenen Text prüfen lassen. Nur Spezialisten kennen die aktuelle Rechtslage und die rechtlichen Gründe, die zur Ungültigkeit einer Patientenverfügung führen können.

6. Unterschrift

Die Unterschrift schließt den Text ab. Nur mit Ihrer Unterschrift entfaltet die Patientenverfügung rechtliche Wirksamkeit. Ohne Unterschrift liegt nur ein unverbindlicher Entwurf vor.

7. Aufbewahrung

Abschließend hinterlegen Sie die Patientenverfügung in Ihrem Vorsorgeordner oder in Ihren persönlichen Unterlagen. Wichtig ist, dass die Patientenverfügung auch aufgefunden und den behandelnden Ärzten übergeben werden kann. Für Notfälle ist ein Hinweis auf die Patientenverfügung in Ihrer Geldbörse hilfreich.

8. Vertrauensperson

Für den Fall, dass Sie alleine in einer Wohnung leben und normalerweise niemand Zugang zu Ihren privaten Unterlagen hat, sollten Sie Ihre Patientenverfügung (in unterschriebener Kopie) auch einer Vertrauensperson übergeben, die für Sie das Dokument verwahrt und im Ernstfall behandelnden Ärzten vorlegt. Eine in einer privaten Wohnung ohne Ihre Mitwirkung nicht auffindbar hinterlegte oder gar in einem Banksafe verwahrte Patientenverfügung kann keine Wirkung entfalten, weil sie nie dorthin gelangt, wo sie beachtet werden soll (in eine Arztpraxis, Klinik oder ein Pflegeheim, zum zuständigen Betreuungsgericht). Idealerweise ist die Vertrauensperson auch Ihr Bevollmächtigter.

Weitere Informationen rund um das Thema Patientenverfügung finden Sie hier

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.