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Prognosen für die Zukunft Atomkrieg und die Herrschaft der Roboter: So stellten sich Kinder vor 35 Jahren das Jahr 2020 vor

Ein Kind schaut auf einen Spielzeug-Roboter
Viele der 1984 befragten Kinder stellten sich das Leben in der Zukunft sehr bequem vor – Robotern sei Dank (Symbolbild)
© Randy Faris / Corbis / Getty Images
1984 fragte eine Zeitung in den USA Kinder, wie sie sich das Leben im Jahr 2020 vorstellten. Die Ideen reichten vom Atomkrieg bis zu programmierbarem Wetter – zum Glück sind nicht alle eingetroffen.

Kaum zu glauben: Das Jahr 2020 steht unmittelbar bevor. 1984, vor 35 Jahren, wirkte 2020 noch wie eine weit entfernte Zukunft – erst recht, wenn man selbst gerade erst im Teenageralter ist. Die US-Zeitung "The Billings Gazette" aus Billings im Bundesstaat Montana befragte damals Kinder, wie sie sich das Leben im Jahr 2020 vorstellen. Am 24. Oktober 1984 wurden die Aussagen der Schüler in der Zeitung gesammelt veröffentlicht.

Die Vorhersagen der Kinder decken dabei ein weites Spektrum ab: Die einen zeichnen Horrorszenarien, die anderen stellen sich eine glänzende Zukunft vor. Einige Prognosen haben sich im Großen und Ganzen erfüllt, bei anderen muss man froh sein, dass es doch anders gekommen ist.

Prognosen für 2020: Roboter übernehmen das Kommando

Viele der Kinder stellten sich das Leben in der Zukunft sehr bequem vor: Alle lästigen Alltagstätigkeiten werden von Robotern und anderen technischen Helferlein erledigt. "Die Roboter kochen für uns, machen unsere Betten, kämmen uns, putzen uns die Zähne und ziehen uns an", schrieb die Siebtklässlerin Stacy damals. Das klingt gemütlicher als die Vorstellung von Tracy: "Die Menschen haben keine Kontrolle mehr. Sie tun, was ihnen gesagt wird. Wenn sie es nicht tun, werden sie von den Robotern getötet."

Noch haben sich die Menschen die Autonomie gegenüber künstlichen Intelligenzen weitestgehend bewahrt. Das Szenario, das Joe vorhergesehen hat, ist allerdings teilweise schon eingetreten: "Es wird in der ganzen Stadt Kameras geben, die über Computer kontrolliert werden. Wenn der Computer Räuber sieht, schaltet er sie aus." Ein Junge sah sogar teilweise schon den Videobeweis beim Sport voraus – seine Hoffnung, dass dann niemand mehr mit dem Schiedsrichter diskutieren würde, bewahrheitete sich allerdings nicht. Und die 14-jährige Kim prognostizierte schlicht: "Jeder wird fett und faul werden, weil Computer und Roboter die ganze Arbeit erledigen."

Menschen werden 150 Jahre alt

1984 träumten die Kinder von medizinischen Durchbrüchen, die das Leben der Menschen einfacher, schöner und vor allem länger machen. Allyson, 14 Jahre alt, träumte von Medikamenten gegen Erkältungen, Krebs und Haarausfall. Tatsächlich hat die Medizin in der Zwischenzeit gewaltige Fortschritte gemacht. Doch es gibt noch viel zu tun – und auch wenn die Menschen immer älter werden, sind sie noch weit von der Vorhersage von Judith entfernt, die glaubte, dass 2020 jeder 150 Jahre alt werden würde.

Auch von der Schule hatten die Kinder natürlich ihre Vorstellungen. Mark zum Beispiel malte sich den Alltag ganz anders aus als an der High School, die er gerade besuchte: "An jedem Tisch gibt es einen Computer. Die Computer bewerten die Hausaufgaben und Klassenarbeiten."

Doch an der Schwelle zum Jahr 2020 ist die Digitalisierung an vielen Schulen immer noch im Gange. Und es sieht auch nicht so aus, als würde dadurch der Beruf des Lehrers überflüssig werden, wie es Mark vorhersagte.

Die Angst vor dem Atomkrieg

Die politische Zukunft stellten sich die Schüler eher düster vor. Achtklässler Kelvin sprach von einem "wilden und verrückten alten Mann", der das Land zusammen mit einem Roboter regieren würde, der ihm bei der Durchsetzung seiner Gesetze und der Kontrolle der Bevölkerung helfen würde. Suzanne schrieb: "Die Natur ist fast komplett zerstört, außer dem Wetter. Das wird jeden Tag nach den Wünschen der Leute produziert."

In der Zukunftsvision von Aaron spiegelt sich die Angst der Generation, die im Kalten Krieg mit der ständigen Bedrohung eines Atomkriegs aufgewachsen ist: "Wolkenkratzer liegen verstreut auf kleineren Gebäuden. Es gibt keine Lebewesen mehr. Überall liegen die verkohlten Körper von Menschen, Hunden, Katzen und Vögeln, die Straßen sind mit Münzen aus den Casinos übersät."

So weit ist es nicht gekommen. Heute, kurz bevor das ominöse Jahr erreicht ist, hat sich im Vergleich zu 1984 einiges getan. Manches bewegt sich in die Richtung, die die amerikanischen Kinder vor 35 Jahren vorhergesehen haben, anderes ist ganz anders gelaufen – und manchmal muss man sagen: zum Glück.

Quellen:"Gizmodo" / "The Billings Gazette"

epp

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