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Sturm aufs Kapitol Sohn eines Randalierers verpfiff seinen Vater – und hat nun Angst vor dessen Rache

Sturm aufs Kapitol
Sieben Menschen starben beim Sturm aufs Kapitol – darunter zwei Polizisten und fünf Trump-Anhänger
© Christy Bowe / Picture Alliance
Bereits Wochen vor dem Sturm aufs Kapitol meldete Jackson Reffitt seinen Vater beim FBI. Der wird daraufhin verhaftet. Nun hält sich Jackson aus Angst vor dessen Rache versteckt.

Zwei Tage nach dem Sturm aufs Kapitol kehrt Guy W. Reffitt in sein Haus in Texas zurück. Er erzählt seinen Kindern, er sei an dem Angriff beteiligt gewesen. Dann droht er ihnen: "Wenn ihr die Polizei verständigt, seid ihr Verräter und ihr wisst, was mit Verrätern passiert – Verräter werden erschossen." So steht es in einer eidesstattliche Erklärung des FBI, berichtet die US-amerikanische Zeitung "New York Times".

Zu diesem Zeitpunkt allerdings hatte Reffitts Sohn Jackson seinen Vater schon längst verpfiffen. Wochen vorm Angriff aufs Kapitol wandte er sich an das Federal Bureau of Investigation (FBI), um "jemanden zu informieren". Demnach hatte sein Vater damit gedroht, "etwas Großes zu tun". Was er damit meinte, das wusste Jackson zu diesem Zeitpunkt noch nicht. "Ich wusste nicht, was er tun würde, also habe ich einfach alles getan, um sicher zu gehen, das zu verhindern", sagte Jackson der "New York Times" im Interview. 

"Ich habe meine Gefühle hinten angestellt"

Nach dem Angriff aufs Kapitol wird sein Vater wegen Behinderung der Justiz und des wissentlichen Betretens eines "eingeschränkten Gebäudes" ohne rechtmäßige Befugnis für seine Beteiligung an dem Aufstand verhaftet. Im Haus finden die Ermittler dabei auch ein Gewehr und eine Pistole. Die Pistole soll er während der Stürmung des Kapitols bei sich getragen haben.

Sein Sohn hat sich deshalb nun in Sicherheit gebracht. Er wohnt nicht mehr zu Hause und benutzt nur noch das Telefon seiner Freundin, berichtet die "New York Times". Dass er seinen Vater Wochen vor der eigentlichen Verhaftung gemeldet hatte, erfuhr seine Familie erst durch sein Interview mit dem US-Fernsehsender CNN.

Jackson Reffitt erlebte die Radikalisierung des Vaters mit

Darin erzählte er auch, wie sich sein Vater in den vergangenen Jahren übers Internet radikalisiert hatte. "Ich will nicht sagen, dass er aggressiver war – aber er hatte immer häufiger Angst vor Veränderungen", sagte Jackson. Seine Mutter sagte den Ermittlern, dass ihr Mann Mitglied der Three Percenters, einer rechtsextremistischen Gruppe, sei.

Trotz der Loslösung von seinem Vater und der Tatsache, dass er derzeit abtauchen muss, bereue Jackson nichts. "Ich habe meine Gefühle hinten angestellt, um das zu tun, was ich für richtig hielt", sagt er.

Quellen: "New York Times" / CNN

rpw

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