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Spaß statt Kultur: Klassenfahrten vom Profi

Immer mehr Lehrer verzichten auf das aufwändige Planen einer Klassenfahrt und greifen lieber auf fertige Angebote zurück. Ob ganze Reisen oder kombinierte Bausteine - die Kids wollen Komfort und Spaß.

Die Zeiten der von Lehrern geplanten Klassenreisen sind wohl bald vorbei. Die waren zwar individueller, kosteten aber auch viel Planungsaufwand auf Seiten der Lehrer und waren bei entsprechender Unsicherheit des Planers nie vor kleineren Stolpersteinen gefeit. Daher erfreuen sich inzwischen fertige Programme großer Beliebtheit. Sie rücken den Spaßfaktor in den Vordergrund, berichtet die Zeitschrift OMNIBUSREVUE aus dem Verlag Heinrich Vogel.

Weder ein Tagesausflug in die Alpen oder zu den Ludwig-Schlössern noch ein Museumsbesuch finden sich im Programm der Abschlussfahrt der zehnten Klasse der Königeroder Sekundarschule. Eine Tour durch die Bavaria-Filmstudios steht im Mittelpunkt der Reise - und belegt damit wieder einmal den eindeutigen Trend: Die Klassenfahrt mutiert vom Bildungstourismus zur erlebnisorientierten Spaßreise. Ob das wirklich Sinn und Zweck einer Klassenfahrt sein soll, darüber kann gestritten werden. Einig sind Lehrer sich jedoch in der Hinsicht, dass auch Spaß zur Reise dazugehört, um die Klassengemeinschaft und das soziale Umfeld der Schüler zu stärken.

Ansprüche an Spaßfaktor und Unterkünfte steigen

Die Regie für eine solche Reise übernimmt häufig nicht der Lehrer. Er ist nur noch Mittler zwischen Schülern, Eltern und Behörde und greift dabei immer öfter auf professionelle Hilfe zurück. Die Veranstalter von Klassenreisen haben gelernt, sich auf die individuellen Bedürfnisse ihrer Kunden einzustellen. Dabei steht nicht in erster Linie das Reiseziel mit seinen touristischen Möglichkeiten im Vordergrund, sondern vielmehr die Motivation, aus der heraus die Fahrt unternommen wird.

Gebucht werden in der Regel Pauschalprogramme oder verschiedene Bausteine einzelner Veranstalter. Dabei werden die Teilnehmer immer anspruchsvoller, was die Unterkunft betrifft. Diesem Trend haben sich inzwischen auch Jugendherbergen und Jugendgästehäuser angepasst. Auf der anderen Seite öffnen sich auch immer mehr Hotels den Klassen- und Jugendreisen.

Ein entscheidender Punkt bei der Planung einer Klassenreise ist weiterhin der Preis: Der Lehrer der Klasse aus Thüringen hat den Markt genau unter die Lupe genommen - und Preisunterschiede von bis zu 30 Prozent festgestellt. Ein bisschen Zeit zum Vergleichen der Angebote wird daher auch künftig nötig sein.

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