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Naturschutz in Kenia Tierschützer retten gestrandete Giraffe mit selbst gebautem Boot

Eine Giraffe steht auf einem Boot
Zur Sicherheit wurden der Giraffe bei der Rettung die Augen verbunden
© Uncredited / Northern Rangelands Trust via AP / DPA
Nachdem sie gestrandet war, musste sie gerettet werden: Die Giraffe Asiwa wurde von Naturschützern auf einem selbstgebauten Boot mehr als sechs Kilometer über einen See transportiert.

Tagelanger intensiver Regen hat acht Giraffen den Zugang zum Festland und dem Rest der Halbinsel Longicharo island abgeschnitten. Durch die Niederschläge stieg der Wasserspiegel des Baringo-Sees stetig um bis zu 15 Zentimeter am Tag. Die Tiere sind dadurch auf einer kleinen Insel gefangen. Seitdem kümmern sich Tierpfleger des naheliegenden Reservates um die Langhalse: Sie führen regelmäßig Gesundheitschecks durch und bringen Zusatzfutter auf die Insel. Denn das Futter ist knapp auf dem schrumpfenden Stück Land.

Seit mehreren Tagen versuchen die Tierschützer die Giraffen an das Boot zu gewöhnen, das sie extra für den Transport der großen, schweren Tiere gebaut haben. Es ist eine Stahlkonstruktion, abgedeckt mit einem Vorhang, der die Giraffe am Herausspringen hindern soll – auf dem Wasser gehalten von leeren Fässern. Futter bekamen die Tiere beispielsweise vom Rande des Bootes, das direkt am Ufer lag. So sollten die Giraffen ihre Angst vor den Fremden verlieren.

Einmal quer über den See, bitte!

Die Giraffendame Asiwa durfte als erste die Bootstour über den See ausprobieren. Die anderen sieben Riesen sollen in den nächsten Wochen folgen. Unter ihnen sind mehrere Jungtiere, eine schwangere Giraffe und ein Giraffenbulle. Die Tiere werden in das Ruko Community Naturschutzgebiet gebracht. In diesem mehr als 1780 Hektar großen, eingezäunten Reservat sollen die vom Aussterben bedrohten Tiere vor Feinden geschützt werden.

Für die Rettungsaktion taten sich verschiedene Tierschutzorganisationen und lokale Tierschützer zusammen: "Kenya Wildlife Service", die gemeinnützige Organisation "Save Giraffes Now" und der "Northern Rangelands Trust". David O'Connor, der Präsident von "Save Giraffes Now" sagte dazu: "Es besteht große Dringlichkeit, diese Rettung durchzuführen. Da die Giraffen still aussterben, ist jede Giraffe, die wir retten können, von großer Bedeutung."

Große Freude und Erleichterung pur

Als Asiwa wohlbehalten am Festland angekommen war, machte sich Erleichterung breit. Der Rettung der anderen Giraffen von der kleinen Insel steht nun nichts mehr im Weg. "Wir hätten uns kein besseres Ergebnis wünschen können", sagte O'Connor. Die Tierschützer wollen nun auch die anderen Tiere so schnell wie möglich von der Insel retten.

"Save Giraffes Now" teilte Eindrücke von der Rettungsaktion auf Social Media und schrieb dazu: "Asiwa ist Zuhause!" Auf den Bildern sieht man auch die große Freude der Beteiligten, als die Giraffendame am Festland ankam und wie Boot und Crew durch das krokodilverseuchte Gewässer glitten.

Die Giraffen sind nicht die einzigen Wildtiere, die in den Genuss der Rettungsaktionen kommen. Die Naturschützer hatten in Vorbereitung auf die große Rettungsaktion der Giraffen bereits zwei aggressive Strauße und mehrere Antilopen und Warzenschweine in Sicherheit gebracht.

Quelle: "Daily Mail"


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