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Die kleinsten Giraffen der Welt? Kleinwüchsige Giraffen in Afrika sind nur halb so groß wie ihre Artgenossen


Er ist noch ein Kalb, als Naturschützer ihn entdecken: Gimil erinnert nicht nur durch seinen Namen an einen Zwerg – er IST ein Winzling. Zumindest im Vergleich: Der Giraffenbulle misst etwa die halbe Größe seiner männlichen Artgenossen.

Eine durchschnittliche männliche Giraffe misst ungefähr sechs Meter. Das ist mehr als das Dreifache eines durchschnittlichen deutschen Mannes, der auf ungefähr 1,80 Meter kommt. In Afrika machten Naturschützer nun eine kuriose Entdeckung: kleinwüchsige Giraffen, die den Durchschnittsdeutschen lediglich um etwa einen Meter überragen. 

Zum ersten Mal fiel Gimil im ugandischen Murchison Falls Nationalpark auf. Der Bulle, damals noch ein Kalb, erregte durch seine seltsamen Proportionen Aufmerksamkeit: unverhältnismäßig kurze Beine im Vergleich zu Rumpf und Hals. Die Naturschützer beschlossen, die junge Giraffe im Auge zu behalten und regelmäßig Messungen durchzuführen. Bei der letzten Messung entpuppte sich der mittlerweile ausgewachsene Bulle als ungefähr 2,8 Meter groß – knapp die Hälfte der Größe einer normal gewachsenen männlichen Giraffe.

Ein kleiner Komplize

In Namibia tauchte eine zweite Giraffe auf, die ähnliche Symptome wie der Bulle aus Uganda aufweist. Nigel schafft es bloß auf 2,6 Meter – auch ihn kann mal bereits als ausgewachsen bezeichnen. Forscher verglichen daraufhin die Größe anderer Jungbullen der jeweiligen Herden im gleichen Alter mit den Durchschnittsgrößen der zu klein geratenen Tiere. Gleichzeitig führten sie Analysen der Körper der beiden außergewöhnlichen Tiere durch und kamen zu einem Ergebnis: Die beiden Giraffen stellten sich als kleinwüchsig heraus.

Das Phänomen Kleinwuchs kennt man bei Menschen und auch bei Wildtieren in Gefangenschaft. Mikrosomie deutet oft auf Inzucht oder zu geringe Vermischung des Erbguts hin. In der freinen Natur kommt es seltener vor.

Forscher fanden bei Gimil und Negil heraus, dass nicht nur ihre Beine wesentlich kürzere als bei Altersgenossen sind, sondern auch der Hals und viele andere Knochen. Ihre Studienergebnisse veröffentlichten sie in der Wissenschaftszeitschrift "BMC Research Notes".

Die Naturschützer teilten Bilder und Videos auf Social Media, um auf die neuen Erkenntnisse aufmerksam zu machen. Ein Youtube-Video zeigt eine der Kleinwüchsigen mit anderen Mitgliedern der Herde. Es lässt erahnen, wie viel kleiner die Giraffe im Vergleich ist. 

Leichter Fang für Fressfeinde?

Es gleicht einem Wunder, dass die beiden Bullen in freier Wildbahn leben und bisher überlebt haben. Ihre verkürzten Beine können ein großer Nachteil bei der Flucht vor Fressfeinden sein. Beide Bullen sind sehr kräftig und muskulös, was womöglich aber nicht immer ausreicht, um Feinden zu entkommen. Dennoch gehen die Forscher von einer normalen Lebenserwartung für die Zwerge aus. Dass beide älter als ein Jahr geworden sind, sei ein gutes Zeichen. Bleibt zu hoffen, dass Gimil und Negil immer ein kleines bisschen schneller sein werden als ihre Feinde.

Quelle: "Daily Mail"


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