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Weltkulturerbe: Unesco nimmt 24 neue Stätten auf

Bremens historischer Marktplatz mit dem Roland hat es zunächst nicht auf die Liste der erhaltenswerten Kulturstätten geschafft. 24 Orte wurden auf die rote Liste des gefährdeteten Welterbes gesetzt.

Vom historischen Zentrum der Hafenstadt Valparaiso in Chile bis zu den Holzkirchen im Süden von Kleinpolen: Die Unesco hat 24 neue erhaltenswerte Stätten zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt. Zugleich setzte die UN-Organisation für Kultur, Erziehung und Wissenschaft die antike assyrische Hauptstadt Assur im Irak und das Bamian-Tal in Afghanistan auf die rote Liste des gefährdeten Welterbes. Der historische Kern Bremens wird vorerst nicht in das Verzeichnis aufgenommen.

Bremen schaffte es nicht

Bremen hatte sich mit seinem Marktplatz, der Roland-Figur sowie dem Alten und Neuen Rathaus beworben. Die Entscheidung gegen Bremen gilt nur für dieses Jahr. Ein neuer Beschluss ist im nächsten Jahr möglich. Bürgermeister Henning Scherf (SPD) zeigte sich zuversichtlich: "Das Glas ist halb voll, wir lassen den Kopf nicht hängen." Bis zum nächsten Jahr werde Bremen die Zeit nutzen und weiter intensiv für seine Ideen werben.

Neu aufgeführt werden der Monte San Giorgio in der Schweiz, die südafrikanische Kulturlandschaft von Mapungubwe, das prähistorische Quebrada de Humahuaca im Rio Grande-Tal in Argentinien, die Weiße Stadt im israelischen Tel Aviv, die russische Altstadt samt Zitadelle von Derbent sowie das Mausoleum Khoja Ahmad Yasawi in Kasachstan. Die heiligen Berge Monti von Piemont und Lombardie in Italien und die königlichen botanischen Gärten in Kew in Großbritannien gehören jetzt ebenfalls dazu. Zu den Neuaufnahmen gehören außerdem die heilige historische Felsstätte Monts Matobo in Simbabwe sowie die prähistorischen Felshöhen von Bhimbetka in Indien.

Zwei der neuen Stätten gelten als gefährdet

Zwei der neuen Stätten des Weltkulturerbes wurden außerdem als gefährdet auf die rote Liste der Unesco gesetzt. Dabei handelt es sich um die antike assyrische Hauptstadt Assur im Irak und das Bamian-Tal in Afghanistan. Im Bamian-Tal hatten religiöse Eiferer der Taliban-Führung im März 2001 die Buddha-Statuen aus der Zeit zwischen dem 2. und 4. Jahrhundert n. Chr. gesprengt und mit Panzergranaten beschossen. Die Überreste der Buddha-Statuen drohen in ihren Nischen einzustürzen, Wandmalereien in den Höhlen verwittern und zu den weiteren Bedrohungen gehören Plünderungen und illegale Ausgrabungen.

Assur am Ufer des Tigris war vor dem Irak-Krieg durch ein Staudamm-Projekt gefährdet. Die Ruinenstadt mit einer über vierjahrtausendjährigen Geschichte sei dem Verfall preisgegeben, hieß es bei der Unesco. Dieser mangelnde Schutz in Verbindung mit einer möglichen Wiederaufnahme des Staudamm-Projekts habe die Einstufung als gefährdetes Kulturgut gerechtfertigt.

Das Welterbe-Komitee billigte außerdem die Ausweitung dreier bereits bestehender Welterbe-Stätten. Dabei handelt es sich um die Naturerhaltungsregion Zentral-Amazonien in Brasilien, die chinesischen Kaisergräber der Ming- und Qing-Dynastie und der archäologischen Stätte Alt-Panama und historischer Distrikt in Panama. Insgesamt verzeichnet die Liste jetzt 754 Stätten von "außergewöhnlichem universellen Wert", davon 582 Kultur- und 149 Natur-Stätten. 23 sind so genannte "gemischte Stätten".