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6 Fragen an einen Schweinebauern: Was ein Landwirt davon hält, wenn sein Fleisch für wenige Euro verramscht wird

Jörn Ehlers ist Bauer. Schweinebauer. Über 6000 Schweine werden jährlich in seinen Ställen gemästet – bis sie schlachtreif sind. Gehalten werden sie konventionell. Im Discounter wird das Fleisch seiner Tiere für wenige Euro verramscht. Wie ein Landwirt das sieht.

6 Fragen an einen Schweinebauern: Was ein Landwirt davon hält, wenn sein Fleisch für wenige Euro verramscht wird

In den Discountern und Supermärkten wird Schweinefleisch für wenige Euro pro Kilo verramscht. Jüngst hat Aldi Süd 600 Gramm Nackensteak für 1,99 Euro angeboten. Jörn Ehlers sieht dieses Sonderangebot sehr kritisch. "Produkte, die von Tieren stammen, sollten nicht als Lockangebote angepriesen werden", findet der Landwirt. "Das wird weder den Tieren, noch uns Landwirten oder dem Produkt gerecht."

Ein Landwirt kriegt von einem Euro, den der Verbraucher für Fleisch ausgibt, ein Viertel, maximal ein Drittel ab. Wird der Kilopreis gedrückt, bleibt weniger hängen - oder fast gar nichts. Bei knapp vier Euro pro Kilogramm bekommt der Bauer gut einen Euro. Es sei die persönliche Entscheidung des Verbrauchers, ob er bei Aldi günstigstes Fleisch einkaufen möchte, oder Fleisch von einem Bauern, der seine Tiere artgerecht hält. "Der Verbraucher kann das Rad nicht zurückdrehen", sagt Jörn Ehlers. "Aber er hat Einfluss." Es verhält sich wie eine Art Kette. Kauft der Konsument regionaler und hochwertiger ein, bleibt mehr Geld beim Erzeuger. Dann haben Landwirte auch die Möglichkeit etwas zu verändern.

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