HOME

Gutes aus dem Küchengarten: Die drei Schwestern – Bohne, Kürbis und Mais

Der Mais als Rankhilfe für die Bohnen. Der Kürbis beschattet den Boden und schützt vor Starkregen und zuviel Sonne. Das sind die "Drei Schwestern" – Mais, Bohne und Kürbis. Diese Pflanzenkombination ist eine Form der Mischkultur, entstammt der Lebensweise der Pueblo-Indianer am Colorado-Plateau, Rio Grande und deren Nebenflüsse.

Die Pueblos lebten als Halbnomaden, gingen auf die Jagd, sammelten Wildpflanzen und bestellten ihre Äcker mit den Drei Schwestern. Diese wuchsen, während die Pueblos nomadisierend übers Land zogen. Bei der Rückkehr konnten dann die Früchte geerntet werden. Das erinnert irgendwie an mich, diese Lebensweise. Auch ich nomadisiere übers Land für Recherchen und Reportagen, pflege einen Garten, der zeitweise gut mit sich selbst kann und ernte bei meiner Rückkehr. Ah, ich bin also eine jobnomadisierende Halbnomadin!

Also pflanzte ich die Drei Schwestern vergangene Woche in meinem kleinen Küchengarten. Neben die Bohnen setzte ich Zuckermais. Die Bohnen bekamen eine zusätzliche Rankhilfe in Form einer Stange. Und in den Zwischenraum pflanzte ich Tellerkürbis, schon vorgezogene Pflanzen. In einem meiner ersten Beiträge hier auf diesem Blog schrieb ich darüber, jedes Jahr ein "Experiment" im Küchengarten durchzuführen. Dieses ist mein heuriges.

Natürlich stellen die vorhandenen Möglichkeiten die Rahmenbedingungen für solche Experimente. So wie bei den Pueblos funkioniert der Anbau der Drei Schwestern in unseren Breiten nicht. Wer es "richtig" machen will, dem gibt Bernhard Gruber (Permakulturist in Österreich) in "Die kleine Permakultur-Fibel" dazu eine Anleitung. Für die Drei Schwestern verwendet er Mais, Pferdebohne und Kürbis. Weil andere Bohnensorten den Mais sonst erdrücken, da dieser zu langsam wächst. Die Pferdebohne verfügt außerdem über einen eigenen Stamm, an dem sie emporrankt. Das habe ich mit meinem Versuch mit einer Stange als Rankhilfe ein wenig variiert. Bernhard pflanzt alle drei an einen Platz: Bohnen und Kürbis werden auf den Boden gelegt, 15 cm angehäufelt. Darauf legt er Maiskörner und auf diese einen Stein. Der Maiskeimling schafft es, unter dem Stein hervorzuwachsen. Bohne und Kürbis kommen somit auch zeitgerecht hervor. Gruber gibt dafür eine ideale Pflanzzeit mit Mitte April an.

Ich war heuer später dran. Wie man am Foto sieht, musste ich diese Methode ein wenig adaptieren. Ich kann mir vorstellen, für diese Art der Pflanzung auf Balkon oder Terrasse vorgezogene Pflanzen zu verwenden. Das müsste funktionieren und ist einen Versuch wert. Schon allein, weil das eine spannende Bepflanzung für den Kinder-Küchengarten darstellt.

Interessanterweise gibt es eine "österreichische Variante" der Pueblo-Nahrungspflanzen. In der Steiermark stellen Kürbis, Mais und Bohne ebenfalls die wichtigsten Nahrungspflanzen dar. Aus den Kürbissamen wird Öl (Kernöl) gewonnen. Der Mais wächst in manchen Regionen derart häufig (zumeist für die Schweinezucht), dass man bereits von "Maisopotamien" spricht. Und die Bohne (Käferbohne) ist aus der steirischen Küche, wie das Kernöl, nicht wegzudenken. Die Drei Schwestern anzubauen passt also auch zu uns.