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Gutes aus dem Küchengarten: Erkältung oder Blasenleiden – Dafür ist ein Kraut gewachsen

Im Sommer hatte ich einiges an Wildkräutern gesammelt. Auch in meinem Küchengarten wuchsen verschiedenste Würz- und Teekräuter. Dort baue ich immer jene Kräuter an, die ich erfahrungsgemäß während der kalten Jahreszeit auch benötige. Gleiches gilt für mich fürs Sammeln von Wildkräutern.

Jetzt ist aktuell Zeit, mir die passenden Teekräuter zusammen zu mischen. Und da ich seit einer Extremverkühlung als Skilehrerin während meiner Studienjahre eine beleidigte Blase habe – wir standen acht Stunden im Regen, weil die Engländer darauf bestanden, den Skikurs abgehalten zu bekommen; das Ergebnis: die halbe Belegschaft fiel daraufhin aus – genügt nur ein wenig Kälte, die unter die Haut kriecht. Und schon hat es mich mit nervösem Blasenleiden wieder erwischt.

Gerade für Niere und Blase sammle ich bewusst Kräuter, baue sie auch an. Und Kräuter, die in Erkältungstees passen, sammle ich ebenfalls mit besonderer Aufmerksamkeit. Hier teile ich heute mit euch zwei Rezeptmischungen dazu.

BLASENTEE

In meinen Blasentee gebe ich zu gleichen Teilen, rund eine Hand voll, Johanniskraut, Salbei, Thymian und Beifuß. Dann füge ich noch eine halbe grob zerkleinerte Zimstange dazu. Falls ich im Sommer Weidenröschen gesammelt und getrocknet habe, füge ich ebenfalls einen Teil dieses Krautes dem Tee bei.

Von der Mischung nehme ich wirklich nur soviel, was zwischen drei Fingern Platz hat. Gieße das Kraut mit kochendem Wasser auf und lasse es fünf Minuten ziehen. Dann abseien und trinken. Dieser Tee schmeckt von Natur aus süßlich. Muss also nicht mehr gesüßt werden.

Gute Erfahrungen machte ich mit dieser Mischung bei sich ankündigender Blasenentzündung. Dann trinke ich zwei bis drei Tassen von diesem Tee, im Abstand von zwei Stunden. Die Sache müsste sich dann erledigt haben. Wenn es am nächsten Tag noch zieht, geht es sowieso ab zum Arzt. Hausmittel können nie den Arzt ersetzen, nur Unterstützung bieten.

Wenn draußen alles bocksteif gefroren ist, kann ein Bad mit Kräutertee vor Erkältung schützen.

ERKÄLTUNGSTEE

Einen guten Erkältungstee geben folgende Kräuter ab, von denen man wieder eine Handvoll nimmt und zusammenmischt. Kamillenblüten, Thymian, Salbei, Ringelblume, Minze, Johanniskraut, Holunderblüten, Lindenblüten und Dost. Dieser nennt sich auch wildes Oregano und blüht wunderbar lila, wächst auf Schotterflächen an Wegrändern.

Auch diese Mischung verwende ich äußerst sparsam. Was in drei Fingern Platz hat, genügt für eine Tasse. Dann wieder kochendes Wasser darüber gießen, abseien und mit etwas Zitronensaft und Honig süßen.

Ebenfalls gute Erfahrungen machte ich in der Vergangenheit mit folgender Rosskur gegen eine beginnende Erkältung. Ich lasse mir ein Bad ein. Nicht zu heiß. Und gebe ins Badewasser Meersalz. Dann geht es ab in die Wanne für zwanzig Minuten. Und während ich so in der Wanne vor mich hinbrüte, trinke ich einen guten halben Liter meines Erkältungstees.

Danach raus, abtrocknen und ab ins Bett. Decke bis zum Hals und ausschwitzen. An drei Tagen hintereinander diese Prozedur jeweils abends angewendet kann durchaus Wunder wirken. Trotzdem gilt auch hier: Hausmittel sind eine Unterstützung und können den Arztbesuch nicht ersetzen.

HUSTENTEE

Wer keuchenden Husten oder einen lästigen Hustenreiz hat, kann sich mit Thymiantee leicht selber helfen. Dazu einen Teelöffel Thymiankraut für eine große Tasse mit kochendem Wasser übergießen, fünf Minuten ziehen lassen. Dann abseien und mit Honig und Saft einer halben Zitrone verfeinern. Diesen Tee trinken auch Kinder. Der Hustenreiz legt sich rasch. Der Tee wirkt auch schleimlösend.

Wer als KüchengärtnerIn auch Bienen sein Eigen nennt, kann sich also mit diesen Teemischungen für die kalte Jahreszeit beinahe selbst versorgen. Dann gibt es auch noch eigenen Honig.

Von der Menge bereite ich mir immer ein viertel Liter Glas an Tees zu. Beim Zerkleinern der Kräuter entweichen ja auch ätherische Öle und Wirkstoffe. Also mache ich mir immer nur kleine überschaubare Mengen. Der Rest der Kräuter bleibt als Ganzes im Kissenbezug, kühl und trocken gelagert.