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Gutes aus dem Küchengarten: Ihr Duft betört – Es sind Quitten

Der Herbst ist für Angelika Wohofsky auch eine Jahreszeit der Quitten. Sie liebt das Kompott, das man aus den früchten kochen kann, und erklärt, wie sie dabei vorgeht.

Aus meiner Kindheit habe ich den Herbst auch in Erinnerung als eine Jahreszeit der Quitten. Ich liebe ihren Duft und ihren Geschmack. Und ich liebe das Kompott, das man aus ihnen machen kann.

Nun habe ich mit meinem vor eineinhalb Jahren gewählten Wohnplatz einen Treffer gelandet. Im Garten meiner Hausleute steht ein Quittenbaum. Und der trägt reichlich Früchte.

Vor ein paar Tagen durfte ich eine Kiste Quitten von diesem Baum ernten. Sie liegen nun zur Nachreife in einem Karton für rund zehn bis vierzehn Tage. Dann kann ich meine Quitten weiter verarbeiten.

Quitten werden schon sehr lange als Obstbaum gezüchtet, ihr Name aus dem Portugisischen ("marmelo") beeinflusste sogar den Begriff "Marmelade". Die Quitte gehört zu den Rosengewächsen, der Baum wird bis zu fünfzig Jahre alt. Ich hab es ja mit Rosen, also muss ich es auch mit Quitten haben. Das erscheint mir logisch. Im Griechischen heißt die Quitte "Honigapfel". Hab ich es jetzt auch mit dem Honig? Wohl oder übel müsste das so sein. Die Quitte blüht ähnlich einer Heckenrose und ihre Früchte duften auch rosenartig im Herbst. Da ist es wieder. Meine Liebe gilt den Rosen, dann erst dem Honig.

Nun zum Rezept des Quittenkompotts, das ich aus meiner Kindheit kenne. Für ein Quittenkompott lasse ich die geernteten Quitten noch zehn bis vierzehn Tage, wie bereits gesagt, abliegen. Dabei werden sie gelb und beginnen zu duften. Ist das der Fall, geht es an die Verarbeitung der Früchte.

Dafür müssen die Quitten als Ganzes ins Backrohr. Für eine halbe Stunde bei 120 Grad "braten" sie vor sich hin. So lassen sie sich leichter schälen. Dann werden die Früchte geschält, das Kerngehäuse wird entfernt und die Quitten werden in schmale Spalten (wie Apfelspalten) geschnitten. Aus den Fruchtspalten koche ich Kompott, mit etwas Zucker und ein wenig Zimtrinde.

Das Kompott fülle ich heiß in Gläser und koche nach Heißabfüllmethode, ich habe sie hier beschrieben, ein. Die gefüllten und mit Deckel verschlossenen Gläser dann noch bei 140 Grad ins Backrohr in ein Wasserbad stellen. Wenn Blasen im Glas aufsteigen, abschalten und auskühlen lassen. Dann ab mit dem Kompott in den Vorratsschrank.

Das Kompott aus Quitten kann man in unterschiedlicher Weise genießen. Als bloßes Dessert oder auch mit einer Kugel Eis. Quittenkompott, das ist für mich Erinnerung pur an meine Kindheit, und an den Garten der Großeltern.