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Gutes aus dem Küchengarten: Mulch oder „Tod des Rasenmähers“?

Ein Rundgang durch meinen kleinen Küchengarten zeigt: Wir benötigen hier etwas mehr Laub, um den Regenwürmern Futter zu geben. Also gehe ich zum Nachbarn und tauche in seiner Biomülltonne nach Laubabfall. Ich wusste, er hatte es dort entsorgt (vor mir versteckt?), weil für ihn Laub Schmutz darstellt, der weg gehört.

Ich holte mir ein paar Kübel davon aus der Tonne, als er auswärts war. Not macht schließlich erfinderisch, wenn es darum geht, hochwertigen "Dünger" für den eigenen Garten selbst herzustellen. Notfalls klaue ich mir halt das Ausgangsmaterial, das andere Menschen als "Schmutz" und "Tod des Rasenmähers" bezeichnen. Das hörte ich unlängst meinen Nachbarn über sein Laub sagen.

Mit den bereits welken Blättern von Zwetschke und Sträuchern mulchte ich meine Kräuter. So erhalte ich eine Art Frostschutz an den Wurzeln mit einer dicken Laubschicht. Und die Regenwürmer können sich am Laub bedienen. Denn sie ziehen ja bekanntlich so an die zwanzig Blätter in ihre Gänge, kleiden diese damit aus. Und das täglich. Später wird das Laub von ihnen verspeist. Was beim Regenwurm hinten wieder rauskommt, ist dann wertvoller als jede Komposterde. Weil der Regenwurmkot für die Pflanzen die Nährstoffe leichter verfügbar macht.

Und je dunkler das welke Laub, umso nährstoffreicher ist es. Es enthält dann viel Stickstoff, der wieder wichtig ist für mein Gemüse, will es ordentlich wachsen. So sollte im Kompost auch eine ordentliche Portion Laub enthalten sein. Kompost friert während der Wintermonate nicht durch. Regenwürmer arbeiten also das gesamte Jahr.

Brokkoli treibt wieder durch. Kleine Röschen für eine Gemüsesuppe.

Ach ja, meine Nachbarn, in deren Garten ich ja wohne und deren Mülltonnen wir uns teilen, hält nicht viel von meiner Gärtnerei. Und mir selbst wird das kleine Gartenstück allmählich zu klein. Ich will mehr und größer gärtnern, für mich und die Freunde um mich herum und meine Küche.

Die Nachbarn fragte ich vor ein paar Tage, was sie denn mit dem Laub tun würden. Da sie grad am Arbeiten und Zusammenrechen waren. Sie meinten, es käme auf den Kompost.

Schlechtes Gewissen gibt es nicht, da ich das Laub in der Biotonne gestern fand. Und währenddessen ich meine Kräuter mulche, treibt in einem Blumentrog gepflanzter Brokkoli schon wieder aus. Diese kleinen Röschen passen mir gut ins Konzept für eine Gemüsesuppe.

Also, liebe Küchengärtner. Schneidet jetzt nicht alles weg. Recht das Laub zusammen und türmt, wenn viel davon vorhanden ist, dieses zu großen Haufen auf. Denn auch der Igel freut sich, wenn er in Laubhäufen überwintern kann. Und nicht nur der Regenwurm über gutes Futter.