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Gutes aus dem Küchengarten: Topinambur: Tier oder Knolle?

Weil es so gut schmeckt, heute ein Rezept aus meiner "Suppenküche". Denn in einer Ecke meines Küchengartens, die man für nichts wirklich gebrauchen kann, weil neben dem Fliederbusch und den Kompostern und kaum Boden vorhanden, pflanzte ich im späten Frühjahr eine Topinambur. Damit ist die Frage in der Überschrift beantwortet: Topinambur ist eine Gemüsepflanze und kein südamerikanisches Gürteltier.

Das anfangs zarte Pflänzchen wuchs zu stattlichen knappen drei Metern Höhe heran und bildete an seiner Basis, tellerartig schöne Knollen. Eineinhalb Kilogramm Knollen konnte ich von dieser einzigen Topinamburpflanze ernten. Übrigens: meine jungen Nachbarn nebenan kennen sie nicht und bestätigen damit, dass Topinambur noch immer zu den unbekannten Gemüsepflanzen im Küchengarten zählt.

Da sich die Knollen von Topinambur nicht gut lagern lassen, man sie auch übers Jahr immer frisch erntet (für Rohkost oder zubereitet wie Kartoffel, gebraten wie Chips), muss ich jetzt vermehrt mit diesen Knollen kochen. Sie vertragen zwar Frost, können von November bis März geerntet werden, wenn sie entsprechend tief im Boden liegen.

Topinambur-Cremesuppe

Ein paar schöne große Topinambur-Knollen gut waschen und in kleine Stücke schneiden. Die Topinambur muss nicht geschält werden, nur gut abbürsten und waschen! Diese Stücke dann mit einer kleinen Karotte und einer kleinen rohen Kartoffel, beide auch in Würfel geschnitten, in Suppe weichkochen. Wenn das Gemüse weich ist, gibt man ein paar Esslöffel süßen Rahm hinzu, und alles zusammen wird püriert; mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Suppe mit frisch gehackter Petersilie anrichten.

Ihr könnt mir glauben: Diese Suppe hat was von "Gaumensex" eines Frank Rosin.

Der Wurzelstock von Schnittlauch muss ordentlich durchfrieren. Sonst treibt er nicht mehr kräftig aus.

Übrigens, wer Schnittlauch in den Winter auf den Küchengarten an der Fensterbank mitnehmen möchte, muss den Stock vor den Frösten teilen. Und diese Teile dürfen ordentlich durchfrieren. Schnittlauch muss durchgefroren sein, damit er wieder kräftig austreibt. Erst danach in gute Erde setzen und rein ins Haus auf die Fensterbank damit.

Würdet ihr jetzt den Schnittlauch schon ins Haus stellen, ohne dass er richtig strengen Frost gesehen hat, dann verkümmert er euch.

Also: Schnittlauch darf ordentlich frieren, derweil wir uns ein wärmendes Süppchen aus Knollen der Topinambur, auch Erdbirne oder Erdtrüffel genannt, bereiten.

  • Angelika Wohofsky
    Angelika Wohofsky