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Gutes aus dem Küchengarten: Wenn der Lange Erwin auf der Fensterbank erwacht…

Jetzt wird angesät: Für Chili, Tomaten, Paprika ist es schon zu spät, aber Salat wächst im März besonders gut. Und wenn er lange genug steht, blüht er sogar und kann zweimal geerntet werden.

Wer einen Küchengarten hat und sich seine Pflanzen selbst zieht, der achtet auf ordentliches Saatgut. Ich nehme ökologisch gewonnenes Samenmaterial oder stelle es mir selbst her. Freilich dafür benötigen wir Zeit und wer im Vorjahr die Gemüsesamen nicht selbst gewinnen konnte, muss nun auf den Handel zurück greifen. Dabei gilt Qualität vor Quantität, biologisch vor konventionell.

Für die Anzucht von Tomaten, Paprika, Chilli... ist es außerdem schon zu spät. Damit beginnt man Ende Februar - also tragen Sie das gleich mal in ihrem Kalender für das kommende Jahr ein. Jetzt sind Salatsorten dran.

Ich habe mit der Pflanzenanzucht in der letzten Februar-Woche begonnen: hier wie auf dem Foto ersichtlich auf der Fensterbank. Die Pflänzchen wachsen täglich fast einen halben Zentimeter. Sie werden jetzt umgetopft und vereinzelt. Und wie man sieht, können auch Tetra-Paks als "Blumentopf" dienen. Einfach der Länge nach aufschneiden, und zwar so, dass der Schraubverschluss nach unten weist. So kann überschüssiges Gieswasser bequem abgelassen werden und man vermeidet Staunässe.

Was ziehe ich aktuell an Jungpflanzen? Verschiedene Sorten an Kopfsalat und in einer guten Woche dann Tagetes, eine intensiv duftende Blumenart, die Schädlinge von Tomaten vertreibt.

Im Vorjahr ließ ich Exemplare meiner Salate blühen. Ja, Salat blüht, wenn man nur lange genug wartet! Wird Kopfsalat geerntet, dann schneidet man nur den Salatkopf ab, lässt die Wurzel in der Erde. Der Salat treibt wieder aus, die jungen neuen Blätter können zum zweiten Mal geerntet werden und der Mitteltrieb setzt im Spätsommer Blüten an. Diese Blüten sammelte ich ein und lagerte sie trocken im Papiersack über den Winter. Aus diesen feinen Blütendolden löst man dann den Samen aus und setzt ihn wieder in die Erde, angießen, fertig und ... warten bis die Pflänzchen wachsen. Es ist im Grunde ganz einfach, man muss sich nur trauen es zu tun.

Küchengärterninnen und Küchengärtner suchen den Kick des selbst gewonnenen Saatgutes. Also lautet die Devise: Immer biologisches Saatgut von beispielsweise Arche Noah oder anderen Biosaat-Anbietern wie diesem hier verwenden. Damit wird sicher gestellt, dass das Saatgut weiter vermehrt werden kann. Das heißt, sich im Internet informieren, wo solche Saatgutbörsen in der Nähe existieren oder man diese Art von natürlichem Saatgut bestellen kann. Denn solche Anbieter führen zumeist auch alte Sorten, welche weitaus schmackhafter sind, als dieses konventionelle Designgemüse. Alte Sorten erkennt man daran, dass sie so lustige Namen tragen wie: Langer Erwin (eine Tomatensorte, zu deren Aussehen Sie mir bitte die Beschreibung hier ersparen!

), Großer Friedrich (Kartoffelsorte, und noch so was Eigenartiges für dumme Bilder im Kopf) oder Black Beauty. Diese "Schwarze Schönheit" ist eine robuste, reich tragende Zucchinisorte.

Was zuviel ist, das wird bei mir verschenkt. Derzeit "firmiere" ich als Pflanzenproduzentin für den Langen und Co. Sind Sie auch schon in dieses "Business" eingestiegen?