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Gutes aus dem Küchengarten: Wenn’s regnet, Kräuter verwahren, Pläne schmieden

Küchengärtner werden nervös, wenn sie nicht draußen bei ihren Pflanzen sein können. Angelika Wohofsky weiß das - und gibt Tipps, wie sich das schlechte Wetter doch noch nutzen lässt.

Es regnet. Schon wieder. Meine armen Tomaten, die hängen gelbgrün und prall an den Stauden. Sie brauchen Sonne und Wärme zum Reifen. Das aktuelle Wetter in diesem Gebirgstal lässt sie aber nicht scheinen. Schon wieder ist es kühl-schwül. Seit 2007 beobachte ich diese Regenperioden und komme allmählich zum Schluss: Wir haben Monsun. Sollten wir deswegen auch mit dem Reisanbau beginnen?

Scherz beiseite. Was machen Küchengärtner, wenn es regnet? Ich hätte hierzu ein paar Ideen. Regentage nütze ich für einen Überblick. Was ist schon alles fertig getrocknet? Von welchen Kräutern und Wildkräutern benötige ich noch etwas? Wieviel Flüssigdünger (Effektive Mikroorganismen) habe ich noch, oder muss ich wieder Dünger ansetzen? Und einen Blick werfe ich an regnerischen Tagen gerne in mein Lieblingsbuch: Gärtner Pötschkes großes Gartenbuch. Damit ich nichts vergesse, was im aktuellen Monat noch zu tun ist.

Getrocknete Kräuter fülle ich im Ganzen in alte Kissenbezüge aus Baumwolle. Ich lasse sie deswegen noch ganz, damit die ätherischen Öle nicht entweichen. Außerdem lässt es sich dann übers Jahr verteilt jene Menge an Kräutern entnehmen, die man wirklich benötigt. Und derart gelagerte Kräuter halten sich zudem locker zwei bis drei Jahre. Die Kissen schützen sie vor Staub. Einfach nur an einem kühlen trockenen Ort die Kissen und ihren Inhalt lagern.

Beim Einlagern der bereits geernteten und getrockneten Kräuter fällt mir dann auch auf, was noch fehlt. Gut ist es auch, sich eine Liste an Salzmischungen, Teemischungen etc. zurecht zu legen. Dann weiß man, was noch gesammelt und getrocknet werden muss.

Übrigens: Blütenblätter lagere ich im Glas oder im Papiersack. Dafür wiederverwerte ich die Papiersäcke vom Supermarkt oder Bäcker. Fülle die getrockneten Blüten dorthinein ab und entnehme dann auch portionsweise.

Petersilie und Liebstöckel lassen sich leicht trocknen und dann in Gläsern lagern. Ich schneide diese Kräuter grob, lege sie auf Papier und trockne sie dann im Backrohr bei maximal 40 Grad Heissluft – siehe dazu auch das Trocknen von Pilzen. Beide Kräuter kommen bei mir ins Suppensalz. Wenn ich Selleriegrün zur Verfügung habe, dann wird dieses ebenfalls auf diese Art getrocknet, ist auch fürs Suppensalz bestimmt.

Auf die Regentonnen nicht vergessen. Die müssen wieder befüllt werden. Foto: Wohofsky-Images

In der Zwischenzeit füllen sich die Tonnen für das Gießwasser wie von selbst. Vorratshaltung von Regenwasser betreiben gehört auch zu den Arbeiten an Regentagen, die wir Küchengärtner erledigen müssen. Sonst fehlt uns Gießwasser an trockenen Tagen.

Das Ansetzen von Flüssigdünger, wie eine Lösung Effektiver Mikroorganismen, ist auch eine Beschäftigung bei Regentagen. Genauso wie das Lesen und Studieren. Damit komme ich zu meinem oben genannten Lieblingsbuch für Küchengärtner. Denn Onkel Pötschke meint, im August gäbe es viel zu tun.

Neben dem Ernten von Kräutern, müssten auch spätestens Ende August die Tomaten entspitzt werden, damit die Früchte ausreifen können. Und es werden noch Wintersalate gesetzt. Auf die abgeernteten Beete wird Grünkohl, der dort überwintert, gepflanzt. Wer Spinat im zeitigen Frühjahr ernten möchte, muss jetzt Winterspinat säen. Ebenso wie Karotten. Beide Gemüse überwintern dann am Beet im Freien. Aber auch Frühlingszwiebeln kann man wie Radieschen und auch Schwarzwurzeln noch säen. Wer also mehr Platz hat, vielleicht einen Gemeinschaftsgarten bewirtschaftet, hat jetzt alle Hände voll zu tun.

Man sieht, an Regentagen haben wir Zeit um Aussaatpläne zu schmieden und diverse Arbeiten im Küchengärtner-Haus zu erledigen.

Mein Küchen-Garten im April, Foto: Wohofsky-Images

Wer es noch nicht hat, kann sich an solchen Tagen das Gartenbuch vom Pötschke bestellen. Dieses erschien übrigens 1970 im Selbstverlag des Autors und erlebt jetzt als mehrbändige Ausgabe eine Art Renaissance. Ich selbst freue mich sehr darüber. Besonders der zweite Band ist dem Gemüse und den Kräuern im Garten gewidmet – ein Must-Have für den Küchengärtner. Wer Grundlagen des Gärtnerns sucht, wird sie im ersten Band finden. Angeblich sind fünf Bände rund ums Garteln geplant.

Mein Küchengarten im August. Foto: Wohofsky-Images

Wenn all die Arbeit getan ist, erfreue ich mich auch am Anblick meines Küchengartens. Hier zwei Bilder, die zeigen, wie es noch vor ein paar Wochen ausgesehen hat, wie üppig jetzt alles wächst. Man sieht nicht mehr viel, außer Gemüse, Kräuter, Bohnen, Tomaten,...