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Gutes aus dem Küchengarten: Wilder Nelkenduft und Wiesen-Dudler

Alles, was der Mensch benötigt, wächst in seiner unmittelbaren Umgebung. Diese Meinung vertreten viele Kräuterexperten und Heilkräuterkundige. So auch Wolf-Dieter Storl, der sagt, dass sich vor allem entgiftend wirkende Kräuter in unserer westlichen Welt vermehrt ausbreiten. Der Grund nach Storl: Zuviele Chemikalien und Belastungen in unserem Essen. Um gesund zu bleiben, benötigen wir mehr Entgiftung und unser Stoffwechsel ist belastet.

Auch ich habe als aufmerksame Küchengärtnerin erfahren, dass immer diejenigen wilden Heilpflanzen in meinem Umfeld wachsen, die ich gerade eben benötige. So mache ich derzeit eine Entgiftungskur, und siehe da: Dieechte Nelkenwurz geht in meinem kleinen Küchengarten wie Unkraut auf. Dazu auch das Labkraut und recht viel Gundermann findet sich direkt neben meinem Küchenfenster.

Besonders die echte Nelkenwurz wird gerne als Unkraut abgetan und ausgerissen. Auch kann man diese leicht mit der Knoblauchrauke (ebenfalls ein wild wachsendes Würzkraut) verwechseln. Dann nämlich, wenn die Blätter der Nelkenwurz noch sehr jung sind und gerade frisch austreiben.

Man soll also nicht alles entfernen, was im Küchengarten wächst und von selbst aufgeht. Es könnte sich um eine nützliche Pflanze für das eigene und das Wohlbefinden des Gartens handeln. Was nämlich die echte Nelkenwurz noch auszeichnet: ihre Blätter werden braun, wenn sie verwelken. Das zeigt, die Nelkenwurz ist ein Stickstoffzeiger und eine gute Mulchpflanze, weil sie voller Nährstoffe ist.

Mein Opa lehrte mich folgendes: "Wenn du etwas nicht kennst, dann schau im Lexikon nach und informiere dich darüber!" So halte ich es heute noch. Mir war beispielsweise das Benediktenkraut nicht wirklich von seiner Wirkung her bekannt. Also nachschlagen und nachlesen. Wo und wie ich das tue, ist einfach erklärt. Ich arbeite mit einem Pflanzenlexikon aus der Reihe "Kosmos Naturführer". Denn dort findet man anhand der Farbe der Blüten die Pflanzenart. Und wenn ich den Namen der Pflanze weiß, helfen mir zwei Webseiten mit weiteren Informationen dazu aus: Die Wildpflanzenliebe ist ein toll aufgemachtes Blog über Wildpflanzen und verfügt darüber hinaus auch noch über einen Kalender, wo im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) Kräuterwanderungen angeboten werden. Die zweite Webseite ist das "Kräuterverzeichnis" mit über 400 beschriebenen Kräutern und deren Anwendung.

Wiesen-Dudler, wilde Variante des österreichischen Almdudlers. Foto: AWohofsky 2014

Und da Küchengärtnern sowie Wildkräuter pflücken auch durstig macht, möchte ich euch hier ein Rezept für einen Durstlöscher weitergeben, den ich von einer guten Freundin (Andrea Schmidt, Kräuterpädagogin) habe. Ein österreichischer Durstlöscher, eine Almdudler-Variante aus Wildkräutern.

Für den Wiesendudler nimmt man 1 – 2 Stangen Pfefferminze, 10 Blätter Giersch und ein paar Blätter der Gundelrebe und presst diese ein wenig zusammen. Dann hängt man dieses Kräuterbüschel in eine Karaffe, die mit einem Liter Apfelsaft befüllt ist. Den Saft lässt man mindestens drei Stunden im Kühlschrank ziehen. Danach kann er mit Mineralwasser aufgespritzt genossen werden.