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Hamburgs erstes Katzencafé: Kuscheln, spielen und lunchen mit Katzen – muss das wirklich sein?

Auch in Hamburg hat nun ein Katzencafé eröffnet. Dort kann man mit den Tieren kuscheln, spielen und nebenbei auch frühstücken, zu Mittag- oder zu Abend essen. Der stern hat sich das Café näher angesehen.

Katzencafé Hamburg

Von außen sieht der "Katzentempel" in Hamburg eher unscheinbar aus. Wer durch die erste Tür eintritt, steht erstmal vor verschlossener Tür. "Bitte warten Sie. Wir holen Sie ab", steht auf einem Schild. Klar, hier soll keine Katze auf die viel befahrene Straße huschen. Drinnen stehen Tische, Kratzbäume, eine Kiste mit Spielsachen. Über den Köpfen der Gäste schlängeln sich Klettermöglichkeiten aus Plüsch und Ablageplätze in schwindelerregender Höhe für die Katzen. Durch kleine Klappluken können sich die Katzen auch mal in ihr Privatgemach zurückziehen. Dort haben sie Ruhe vor den Gästen, können die Toilette benutzen oder aber genüsslich (Fleisch) essen.

Das Katzencafé in Hamburg ist keine Rarität. Egal ob Sie in Indien, Japan, Dänemark, Frankreich, Litauen, Russland, Kanada, USA oder in Neuseeland unterwegs sind – fast in jeder Metropole der Welt kann man mit Katzen kuscheln, spielen und dabei sogar frühstücken, Mittag- oder Abendessen. Auch in Hamburg hat der erste "Katzentempel", wie sich das Café nennt, im Juli 2017 eröffnet. Alle Katzen - sechs an der Zahl - stammen aus Tierschutz-Projekten in Irland und Griechenland und leben jetzt in Hamburg artgerecht. Das Essensangebot - wie sollte es anders sein - ist komplett vegan. (Nur die Katzen bekommen Fleisch). Es ist bislang das einzige Katzencafé, das den Tierschutzgedanken über die Katzen hinaus auch in der vegetarisch-veganen Speisekarte weiterführt. 

Hygiene steht an oberster Stelle

Die Fenster stehen im Katzencafé sperrangelweit offen. Wer Haushalte mit mehreren Katzen kennt, der weiß um den süßlichen-miefigen Katzengeruch. Hygiene steht hier an höchster Stelle: Geputzt wird das Café zweimal am Tag. Die Küche im "Katzentempel" ist strikt durch Glaswände getrennt, sodass auch ja kein Katzenhaar ins Essen gelangt. Im Gästeraum sieht das schon anders aus.

Die Katzen sitzen auf den Stühlen, springen über die Tische und legen sich auf die Gästedecken. Es findet sich zwar kein Haar in der Suppe, dennoch sind Katzenhaare im ganzen Café großzügig verteilt. Wer mit den Katzen kuscheln möchte, muss zwei Werktage vorab reservieren. Ohne Reservierung wird's nichts mit dem Schmusebesuch. Und eine Garantie zum Kuscheln besteht noch lange nicht: Auf der Homepage des Katzentempels steht es schwarz auf weiß. Es gibt bestimmte Regeln. Der Katzentempel sei weder ein Streichelzoo, noch werden die Katzen als Kuscheltier oder Gegenstand zur Unterhaltung der Menschen gesehen. Zudem bestehe keinerlei Anspruch der Gäste auf die Katzen.

Katze

Diese Katze wollte nicht fotografiert werden


Essen im Katzencafé 

"Aber Essen im Katzencafé möchte ich nicht", sagte eine Kollegin vorab. Es sei ihr zu unhygienisch. Wir trauten uns dennoch und bestellten vegane Sandwiches mit Seitan, Salate mit drei verschiedenen Dressings und Matcha-Soja-Latte. Alles vegan. Alles ohne Katzenhaare. Geschmacklich ist das Essen nicht die Wucht, als Snack aber in Ordnung. Schließlich geht es hier primär auch nicht ums Essen, sondern um die Tiere. Dass man die Katzen nicht terrorisieren darf, sollte eigentlich jedem klar sein. Katzenstalker sind in dem Restaurant dennoch bereits aufgefallen. Dann flüchten die Katzen einfach über die Luken.

Das stern-Urteil über das Katzencafé: Nice to have. Schön für heimatlose Katzen und einsame Besucher.

Katzencafé Hamburg
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