HOME

Bergisch Gladbach: Warum die Polizei regelmäßig Gefangene mit McDonald's-Burgern versorgt

Wer in Bergisch Gladbach künftig von der Polizei erwischt wird und auf der Wache schlafen muss, darf sich auf Burger und Fritten freuen: Inhaftierte werden seit dem 1. März von McDonald's verpflegt.

McDonalds-Filiale

Die Inhaftierten dürfen sich ein Essen im Wert von zwei bis vier Euro aussuchen

Wenn das mal kein Grund ist, sich freiwillig zu stellen:  In den Haftzellen der Bergisch Gladbacher Kreispolizei werden Gefangene seit dem 1. März mit Fast Food von McDonald's verpflegt. Wie die "Kölnische Rundschau" berichtet, dürfen sich Inhaftierte aus einer Liste pro Mahlzeit ein Gericht im Wert von zwei bis vier Euro auswählen. Grund für die ungewöhnliche Maßnahme ist offenbar die Umstrukturierung in einem örtlichen Krankenhaus. Dessen Essenslieferant hatte bisher auch die Gefangenen bei der Polizei versorgt- doch die Verträge wurden zu Ende Februar gekündigt.

Da die Polizei verpflichtet ist, die verwahrten Personen angemessen mit Frühstück, Mittag- und Abendessen zu verpflegen, musste rascher Ersatz her. Dass die Wahl ausgerechnet auf McDonald's fiel, hat logistische Gründe: Eine Filiale des Burgerkonzerns liegt schräg gegenüber der Kreispolizeibehörde und hat von frühmorgens bis nachts geöffnet. Ein Polizeisprecher nennt die Regelung eine "pragmatische Lösung". Man habe sich die Frage stellen müssen, wer in der Lage sei, "sieben Tage die Woche, morgens, mittags und abends Verpflegung zu stellen". So sei man bei der Schnellimbisskette gelandet.

McDonald's sei eine "Notlösung"

Wie die "Kölnische Rundschau" erklärt, bringt ein Beamter den ausgefüllten Bestellzettel erst zum Schichtleiter und dann zum McDonald's-Restaurant. Das ausgehändigte Essen geht dann in die Zelle, der Bestellzettel zum Buchhalter. Früher sei der bürokratische Aufwand geringer gewesen. Man habe die Essen im Krankenhaus abgeholt und am Ende des Monats eine Rechnung bekommen.

Längere Zeit dürfte kein Zellenbewohner in den Genuss der Hamburger kommen: In den Räumen werden nach Polizeiangaben nur vorläufig Festgenommene untergebracht - oder Menschen, die man in Gewahrsam genommen hat, etwa Randalierer.

Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Innenministeriums handelt es sich in Bergisch Gladbach um eine "Notlösung" und einen Einzelfall. Die Polizei betonte außerdem, man sei optimistisch, sich in Zukunft mit dem Lieferanten zu einigen, der auch das Krankenhaus versorgt.

Fakten zum Fast-Food-Konzern: Hinter den Kulissen von McDonald's


car/mit DPA
Themen in diesem Artikel