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Stiftung Warentest Babybrei im Test: Nur sieben Mahlzeiten sind "gut" - vier gibt's schon für unter einen Euro

Baby isst Brei
Mal Kürbis, mal Zucchini, aber fast immer Karotte - das Gemüse ist in fast jedem "Babymenü" Zutat.
© imageBROKER | Simon Katzer / Picture Alliance
Fertigbrei-Gläschen sind praktisch. Sie sind schnell einsatzbereit und kommen in vielen Geschmackrichtungen. Aber sind sie auch gut fürs Kind? Stiftung Warentest hat 20 Produkte ins Labor geschickt. Nur sieben sind zu empfehlen.

In den ersten Monaten gibt's für Babys nur Flüssiges. Die ersten kulinarischen Entdeckungen machen die Jüngsten meist ab dem vierten Monaten. Dann dürfen sie die ersten Mahlzeiten aus dem Glas essen. Stiftung Warentest hat sich 20 "Babymenüs" genauer angesehen und geprüft, ob sie eine gute Wahl sind. 15 von diesen waren mit Fleisch, fünf rein vegetarisch - nicht alle sind "optimal". Sieben können die Warentester empfehlen.

Den Spitzenplatz teilen sich zwei Anbieter. Die "Couscous-Gemüse-Pfanne" von Hipp und das Menü von dmBio "Fenchel-Pastinake mit Couscous & Huhn" - beide "2,2". Allerdings sind die Hipp-Produkte mit 1,25 Euro Cent je Glas auch die teuersten im Vergleich. Das dm-Fertiggläschen kostet nur 87 Cent.

Vielfalt oder Allerlei?

Liebster Inhaltsstoff der Breihersteller: Möhre. In 17 von 20 Gläschen steht die Karotte auf der Zutatenliste. Das heißt aber nicht, dass ein Gläschen wie das andere schmeckt. Die Warentester konnten eine "erfreuliche" Vielfalt entdecken, was den Geschmack abwechslungsreich macht. "Gut so", meinen die Warentester. Sie berufen sich auf Studien, die besagen, dass Babys, die schon früh abwechslungsreich essen, auch später "unkomplizierte Esser" sind.

Dennoch: einige Zutaten werden häufiger verkocht als andere. So kommt etwa jedes dritte Gläschen mit Pasta und in acht von 20 Breien ist die altbewährte Kartoffel drin. Und während grünes Gemüse wie Zucchini und Spinat seltener zum Einsatz kommt, gehört Fleisch bei vielen "Menüs" fest dazu - das hat vor allem mit einem Mineralstoff zu tun.

"Fleischfreie Ernährung ist die zweite Wahl"

Für Babys ist es besonders wichtig, dass möglichst viele Nähstoffe im Essen sind. Dazu zählen unter anderem ungesättigte Fettsäuren aus Pflanzenölen, aber eben auch Eisen. Von dem Mineralstoff brauchen die Kleinen besonders viel und der beste Weg ihn zu bekommen, ist laut Wissenschaftlern nach wie vor der Fleischverzehr. Denn das Eisen aus Fleisch können die kleinen Körper besser verwerten als das aus Pflanzen. Fünfmal die Woche sollte daher, so die Empfehlung aus der Wissenschaft, Fleisch auf Babys Ernährungsplan stehen. "Da Fleisch die beste Eisenquelle ist, ist eine fleischfreie Ernährung die zweite Wahl", sagt auch Ernährungswissenschaftlerin Mathilde Kersting im Warentest-Gespräch.

Das Problem: Die Hersteller knausern am Fleisch. Im Test zeigte sich, dass in den Gläschen meist kaum mehr als acht Prozent Fleisch steckte. Ein Tipp von den Warentestern ist daher, die Breie mit extra Fleischbrei aufzubessern. Überzeugender waren die vegetarischen Mahlzeiten von Hipp und Alnatura. Dank Amaranth und Linsen wiesen die Breie mehr Eisen auf als die meisten Mahlzeiten mit Fleisch. Die größte Menge des Mineralstoffes fanden die Tester ausgerechnet bei den drei einzigen Breien ohne Biosiegel von Bebivita. Allerdings handelte es sich um zugesetztes Eisen, auch das kann der Körper nicht so gut verwerten. Ein Schluck Orangensaft oder Obstpüree kann das Defizit wett machen, das Vitamin C darin verbessere "die Aufnahme von pflanzlichen und zugesetzten" Eisen.

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Gute Kontrolle

Über Pestizidrückstände und Keime müssen sich Eltern keine Sorgen machen. In keinem der getesteten Breie konnten solche nachgewiesen werden. Allerdings entsteht beim Sterilisieren die flüchtige Substanz Furan. Zwar seien die "Gehalte niedrig", aber "ob sie die Gesundheit von Babys gefährdet, ist unklar", so Warentest. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung fehlen für eine zuverlässige Beurteilung Informationen. Die Warentester empfehlen dennoch, die Gläschen im offenen Wasserbad unter Rühren zu erwärmen. Dadurch verflüchtigt sich das Furan. 

Die vollständige Bewertung der getesteten "Babymenüs" finden Sie gegen Gebühr unter test.de

tpo

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